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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVIII (1883 / 213)

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schen Bronzen empfängt. Manches bisher nicht Gesehene bietet die

Sammlung Spöttl. Eine Art Spielzeug aus Bronze, vielleicht ein Priesterabzeichen

 oder das Abzeichen besonderer Würde überhaupt, ein schönes

Stück derselben Sammlung, wird den Prähistorikern wohl noch zu denken

geben. Was die Völker, von denen jene Producte stammen, in technischer

Beziehung geleistet haben, welchen Reichthum an Formen sie aufzuweisen

gehabt, nicht nur an Waffen und Geräthen, sondern auch an Schmuck

und Zier, lässt sich auf der betreffenden gut beschickten Abtheilung

unserer Bronze-Ausstellung ganz wohl überblicken. Beile (sogenannte

Kelte), Meißel und Palstäbe (eine Art Axt), Zangen, Pincetten, Sägen

(auf der Tafel Nr. 422), Nähnadeln, Fibeln, Schmucknadeln, Pferdezäume,

Schellen, Gefäße mannigfacher Art, Alles ist durch Proben vertreten,

von denen, wie angedeutet, einige zum ersten Male den Blicken eines

grösseren Publikums zugänglich gemacht sind. Von Gegenständen, welche

schon in weitesten Kreisen Beachtung gefunden haben, will ich die jüngst

von Virchow publicirten Funde aus dem Gräberfelde von Koban am Nordabhange

 des Kaukasus hervorheben. Sie sind vom k. k. naturhistorischen

Hofmuseum ausgestellt.

Auch Dr. M. Muchs auserlesene Gegenstände werden jedes Kennerauge

 fesseln. Durch den Glanz der Patina und die Seltenheit der Form

ist wohl ein bei Arva (in Ungarn) gefundenes Diadem aus der Sammlung

des N. von Kubinyi unerreicht. Aus dem Hallstätter Funde des k. k.

Antikencabinets finden wir eine Reihe ganz einzig schöner Proben ausgestellt.

 Einige derselben zeigen in Gestalt und Technik deutlich etruskischen

 Charakter. wie z. B. eine Schale mit Fuß (Nr. 81) und ein Gefäßdeckel

 (Nr. 86). Dass etruskische Bronzen in die Alpenländer importirt

 worden sind, läßt sich in keiner Weise bezweifeln. Ein mit etruskischen

 Schriftzeichen versehenes, aber in Kärnten gefundenes Bronzeblech

(Nr. 216) könnte jede Einwendung zu nichte machen. Die wetruskische

Fragen führt uns zu einem hochbedeutenden Objecte der Ausstellung, zur

Situla aus Watsch, welche vom Laibacher Museum auf kurze Zeit für

unsere Ausstellung zur Verfügung gestellt wurde. Das Gefäß hat die Form

eines Löscheimers und zeigt auf seiner Mantelfläche drei horizontale.

Streifen mit Figuren in getriebener Arbeit. Der Styl ist durchaus etruskisch.

 Dafür hält ihn auch Director Deschmann, welcher das interessante

Gefäß erst vor Kurzem in den Mittheilungen der k. k. Centralcommission

publicirt hat.

Manch anregendes Stück ist auch unter den ausgestellten griechischen

und römischen Bronzen zu bemerken. Unlängst erst in Aegypten ausgegraben

 und von Herrn Th. Graf (dem textilen Schliemann, wie man

ihn wohl wegen seiner hochwichtigen textilen Funde nennen könnte) zur

Ausstellung geschickt sind mehrere antike Lampen und ein Bacchus-Figürchen

 von hoher Vollendung. Unter den, wie die eben bezeichneten,

noch unpublicirten Bronzen nimmt aber jedenfalls Nr. 237, die antike
            
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