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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVIII (1883 / 216)

4'"?!

Frederic Spitzer's Bronzen.

Sehr willkommen für die historische Bronze-Ausstellung ist eine

nachträgliche Sendung aus Paris, welche aus einer Reihe von Arbeiten italienischer

 Renaissance aus der weit bekannten Sammlung M. Fr. Spitze r's

besteht. Im Ganzen sind es 27 Stück, welche im VII. Saale unseres Museums

aufgestellt und in die III. Auflage des Ausstellungskataloges aufgenommen

wurden. Auf die wichtigsten Erscheinungen darunter aufmerksam zu

machen, sollen die folgenden Zeilen versuchen.

Mit einer einzigen Ausnahme haben wir in den Spitzer'schen Bronzen

Werke von italienischen Künstlern vor uns u. zw. meist von solchen aus

der zweiten Hälfte des XV. und aus dem XVI. Jahrhundert. Die gebotene

Auswahl an Formen, Linien und Gedanken ist übrigens mannigfach genug.

Man hat da Gelegenheit, von Neuem sich der vornehmen Art zu erfreuen,

mit welcher in der angedeuteten Kunstperiode Geräthe und Figuren aufgefasst

 wurden. Bezüglich der Ersteren machen wir auf die reichgestalteten

Leuchter aufmerksam, welche in den zwei kleinen Glasschränken untergebracht

 sind. (Nr. 1583 bisg-jßö der Ausstellung.) Die Anlage der Leuchter

ist dreitheilig, wie bei allen ähnlichen Gegenständen der italienischen

Renaissance. Diese hat den trimeren Typus solcher Geräthe einerseits aus

der Antike direct, andererseits (fast ohne störendes Dazwischentreten

gothischer Formen) aus der romanischen Kunst Italiens, also gewissermaßen

 indirect aus der Antike liberkommen. Die ausgestellten Leuchter

zeigen reichen Figurenschmuck. An den aufsteigenden Kanten der Basis,

welche "m Allgemeinen die Form eines Pyramidalstutzes hat, gewahren

wir je-gme menschliche Figur, deren Beine, nach unten verschmelzend,

in eine kräftige Thierklaue auslaufen. Ueber dieser Basis erhebt sich eine

dreihenkelige Vase, unterstützt von drei Putten. Nach oben folgt ein

säulenartiges Glied, welches endlich den Dorn und die Traufschale zu

tragen hat. Treliliche Beispiele venetianischen Kunstlieißes im XVI. Jahrhundert.

 Durch seinen harmonischen Aufbau fällt uns ein Tintenzeug auf

(Nr. 1588); besonders aber müssen die zwei Thürklopfer (Nr. 1574, 1575)

zu den elegantesten Erscheinungen ihrer Art gerechnet werden. I-Iervorgehoben

 sei Nr. 1574, die in der Hauptsache von zwei S-förmig gewundenen

 Meergöttern und einer Maske gebildet wird. Links sehen wir einen

Triton, rechts eine Nereide. Ihre Schwänze verschlingen sich nach oben

mit fabelhaften Thieren. Nach unten ist das Ganze durch eine bärtige

Faunsmaske abgeschlossen. Es ist dieselbe Form, die uns in Giraud's

nles arts du metalu auf Tafel XVIII begegnet. Nochmals finden wir einen

Thürklopfer, ebenso gestaltet wie der bei Spitzer, auf der Ausstellung

selbst und zwar unter den Bronzen aus der zweiten Gruppe der Kunstsammlungen

 des Allerh. Kaiserhauses (Nr. 968).

Auch die rein figürlichen Bronzen, die aus Spitzefs Collection ausgestellt

 sind, weisen Nummern von hoher Bedeutung auf. Voranstellen
            
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