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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIX (1884 / 220)

welcher unsere bedeutendsten Bauten mit ihren köstlich verzierten Innenräumen

 entstanden sind.

Eine große Anziehung auf das Publicum übt die Ausstellung der

Unionbank aus, die es auf Anregung des Ministeriums des Aeußern

übernommen hat, ein Gesammtbild der bosnischen Industrie vorzuführen.

 Getriebenes und verzinntes Kupfer, Filigrane, Tauschirungen, für

die verschiedensten Gegenstände verwendet, zeigen eine gesunde Technik.

Bei den Stickereien macht sich in Material und Farbe schon moderner

abendländischer Einfluss geltend, und sie erreichen daher lange nicht ihre

asiatischen Vorbilder. Andererseits sind die verschiedenen Geräthe etc.

für unseren Gebrauch nicht geschickt, Geschirre und Bestecke entsprechen

zu wenig unseren Begriffen für Reinlichkeit, als dass sich jetzt schon an

eine größere Ausfuhr dieser Waaren nach den modernen Culturländern

denken ließe. Es wird nöthig sein, die geschickten Arbeiter mit unseren

Bedürfnissen vertraut zu machen, ihnen Gegenstände des modernen Gebrauches

 vorzulegen, die sie auf ihre Weise verzieren sollen. Ob sich

schulmäßiger Unterricht empfehlen würde, wäre noch sehr zu bedenken,

wir wollen naheliegende Beispiele nicht anführen, wo gerade durch Errichtung

 von Fachschulen die Gewohnheiten und Fertigkeiten nationaler

Industrie gründlich ausgerottet wurden.

Motive nationaler Volksarbeiten für den modernen Gebrauch zu

verwerthen, hat Andreas Tanczer aus Papa in Ungarn verstanden.

Essbestecke mit Schalen aus Bülfelhorn oder Perlmutter, kunstreich mit

Sternen und anderen Ornamenten in Zinn ausgelegt, nehmen Muster

ungarischer Hausindustrie auf und bilden eine wirklich geschmackvolle

Tafelzierde. Originelle Bestecke, an deren Griffen Elfenbein mit Bülfelhornschichten,

 durch feine Messingränder getrennt, wechseln, dürfen dabei

' nicht übersehen werden.

In den Möbeln bleibt der Styl der deutschen Renaissance vorherrschend,

 nicht immer zu ihrem Vortheile, indem gar Viele an Säulen,

Thürchen und Fächern nicht genug zu thun wissen, wodurch die praktische

Verwendung des Kastens oder der Credenz oft illusorisch wird. Jedoch

ist die Arbeit und meist auch die Zeichnung durchaus gut. Auf lrrnler,

die beiden Ludwig, Würfel, Hollmann braucht wohl nicht besonders

aufmerksam gemacht zu werden.

Mehrere Möbelstücke und auch ganze Zimmer, die sich schon auf

der elektrischen Ausstellung befanden, halten nicht durchaus die Probe

des Tageslichtes aus. Manches erscheint unharmonisch und bunt oder

wieder zu düster, was durch das farbige, reichliche Licht dort zusammengestimmt

 und erhellt erschien. Fein durchgeführte Arbeiten, wie die

Schlafzimmereinrichtung "Johann S c h n e i d e r's nach Zeichnungen von

Professor Herdtle, haben jedoch bei der natürlichen Beleuchtung durchaus

 gewonnen. Diese Möbel, im feinen Rococostyle in hellem Naturholze

geschnitzt, können als das Beste, was die Ausstellung in diesem Fache
            
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