MAK

Full text: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIX (1884 / 221)

auf welchen die Namen des durchlauchtigsten Herrn Protectors, der 
Präsidenten und Mitglieder des Curatoriums und endlich jene der 22 Unter- 
nehmer und Künstler eingegraben sind, die sich bei diesem Bau betheiligten, 
wovon - bis auf vier Wiener - alle mährische Kräfte waren. 
Durch Bogen hindurch führt der letzte Stiegenarrn in das Haupt- 
geschoss, welches vier große luftige Säle enthält, in welchen die permanenten 
Objectssammlungen des Museums aufgestellt sind. Einer dieser Säle 
(8'5 Meter breit, 12 Meter lang) ist für alle auf Metall, zwei (je t9'4 Meter 
lang und circa 9 Meter breit), der eine für keramische, der zweite für 
Erzeugnisse der Papierindustrie, Bucheinbände und graphische Künste 
und endlich der Saal an der Nordfronte des Hauses (17'i Meter lang, 
8'5 Meter breit) für alle auf die Textilerzeugnisse Bezug babenden Objecte 
bestimmt. 
Sämmtliche Säle und Räume des Hauses sind durch breite und 
entsprechend hohe Fenster erleuchtet, jene zu ebener Erde und des Keller- 
geschosses einbruch- und feuersicher verschließbar. 
Alle Decken der Räume, welche nach oben zu an das Mezzanin oder 
das Hauptgeschoss grenzen, sind entweder - wie jene der Flur, der 
großen Halle, der Stiegenarme, Depöts, Magazine, Keller - in Ziegel 
gewölbt; jene der Parterre-Säle Tonnen zwischen Eisenträgern oder 
Flachgurten quer den Traversen mit zwischengespannten Flachplatzeln. 
wodurch eine Cassettendecke entsteht; dann vollständig eiserne Decken 
aus Traversen und einer Abdeckung von Wellenblech. Letzterer Art ist 
die Decke des Vorlesesaales, eine großfelderige Cassettendecke, in der 
Mitte ein polygonales Feld einschließend, hergestellt, mit gezogenen 
Stuccogliedern und reicher Bemalung verziert. 
Alle Decken der Räume der oberen Etagen haben starke Träme, 
welche zwischen Eisenträgern ruhen, sind theils eben geputzt, im Textil- 
saale des Hauptgeschosses einzelne große Cassetten bildend, welche zu 
wirkungsvollen Decorationen Motive gaben. Die Decke des keramischen 
Saales im Hauptgeschosse zeigt dasselbe Princip der sichtbaren Construc- 
tion einer Holzdecke zwischen Traversen, entsprechend durchgebildet, 
cassettirt, alle Holztheile gegliedert, die Felder mit gekröpften Rahmen 
u. s. w. geschmückt. Die genieteten Eisenträger wurden, das Metall kenn- 
zeichnend, in Farhentönen ornirt. 
Jeder Raum des Museums ist in anderer Weise charakteristisch ge- 
schmückt mit Vermeidung jedes Prunkes, aber doch belebende Abwechse- 
lung bietend, wodurch der Besucher gefesselt, zur näheren Betrachtung 
eingeladen wird. Der Natur der Verwerthung der Wände für Aufstellung 
etc. von Objecten nach sind die Decken theils reicher architektonisch, 
theils durch vielfarbige Bemalung - flach und plastisch - strenge im 
Geschmacke der italienischen Renaissance in satten Farben ausgestattet, 
nur einige kleinere Räume ließen solches nach altrömischen Motiven an-
	        

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