Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIX (1884 / 221)

Octavseiten vorerst die Eigenschaft der Rohstoffe (Holz, Metalle), dann die mechanischen

Hilfsmittel und schließlich die Verarbeitung von Drechsler-Rohstoffen, ausschließlich des

Holzes und der Metalle, den Meerschaum, Bernstein, Steindreherei, Kork, Knochen, Horn,

Perlmutter und Surrogate. Der Anhang bespricht die Bildschnitzer- und Graveurarbeiten.

Herr Professor l-lanausek kennt das Drechslergewerbe des ln- und Auslandes sehr

genau und leitet die hiesige Fortbildungsschule für Lehrlinge der Wiener Drechslergenossensdiaft

 seit längerer Zeit. Mit besonderer Klarheit bespricht Herr Professor

Hanausek das Vcrhaltniss der Drechslerei zum Kunstgewerbe. Er sagt: -Metn Bestreben

war, allen Fachgenossen sowie den Freunden des Drechslergewerbes eine übersichtliche

Darstellung des technischen Betriebes der so vielverzweigten Drechslerlcunst zu geben;

ich sage Kunst, weil das Drechslergewerbe nicht als ein gewöhnliches Handwerk, sondern

nach seiner Geschichte und Entwicklung als ein Kunstgewerbe betrachtet werden muss,

dem die Technik nur Mittel zum Zwecke der Schaffung stylistischer, edler Formen ist,

oder doch - sein sollte - Es war sehr nothig, über diesen Punkt sich deutlich auszusprechen,

 denn es gibt Viele, die in der Kunstgeschichte so wenig unterrichtet sind, dass

sie die Bedeutung dieses Kunsthandwerkes fast ganz ignorirt haben. Der ganze Orient,

besonders die Griechen und Romer haben sich mit dieser Kunsttechnik eingehend beschäftigt.

 Die Toreutik der Griechen und Römer ist seit Win ckelmann von allen

Kunstlorschern behandelt worden. Eingehende Nachweise gibt der Archäologe Prof. Hugo

Blümner in seiner -Technologie und Terminologie der Gewerbe und Kunst: (Leipzig,

187g, p. 357-388). Das Buch ist sehr klar geschrieben, mit eingehenden literarischen

Nachweisen und mit einem brauchbaren Sach- undTPersonalregister versehen. R. v. E.

a

Ph. Niederhöfer : Frankfurter Möbelbazar. Neue Entwürfe etc. V. Serie.

25 Tafeln und 4. große Detailbogen.

Ein gutes Unternehmen, so recht im Geiste der kunstgetverblichen Reform, wie

sie jetzt vieler Orten in Deutschland festen Fuß gefasst. Der herrschende und protegirte

Styl dieser Reform ist der der sog. deutschen Renaissance, mit welchem Worte man

namentlich in der Möbelindustrie alle Formen seit dem Aufhören der gothischen Motive,

also etwa seit t52o oder 1530 bis in die ersten Jahrzehnte des 17. Jahrhunderts zusammenfasst.

 Es ist also ein gut Stuck Barocke dabei, welche von einer gesunden Reform

vermieden sein will, aber von dem modernen deutschen Kunstgewerbe nicht immer vermieden

 worden ist. Die Entwürfe Niederhofefs und seiner Mitarbeiter in dieser fünften

Serie halten sich in glücklicher Weise fern davon, wie sie auch alles Uebermaß an

künstlichen Ecken, Vorsprüngen, unnothigem Ornament u. s. w., das nur entstellt, statt

den Eindruck reich zu machen, weise vermieden haben. So sind die Gegenstände dieser

fünften Serie, sammtlich practicabel zur Ausführung, auch zum Schmuck und zur Ausstattung

 einer modernen Wohnung von künstlerischer Art wohl geeignet. Manches von

schwicrigerer Art, wie z. B. ein divanarliges Sopha, das gewöhnlich zu viel Architektur

zeigt, ist hier wohlgelungen. J. v. F.

a

- Die Oesterreichische Monatschrift für den Orient erscheint im Verlage

 des Orientalischen Museums in Wien (Schottenring, Borsengebaude) seit Neujahr in

erweiterter Form und mit Illustrationen versehen. Sie erhält dadurch eine erhöhte Bedeutung,

 dass ihr eine literarisch-kritische Beilage angeschlossen ist, welche

unter Mitwirkung eines wissenschaftlichen Beirathes redigirt wird, zu dem unsere namhaftesten

 Orientalisten, die Professoren Dr. Karabacelt, Dr. Bühler und Dr. D. H.

Müller gehören. Das Jannerheft bringt auch eine größere Karte von Tong-lting. Hoffentlich

 findet diese Zeitschrift Anerkennung in jenen Kreisen, für welche sie bestimmt ist.

n

- Der von H. A. Stoehr herausgegebene i-Dcutsche Künstler-Kalender

auf das Jahr 188g (Berlin und Stuttgart, W. Spemann) umfasst das Deutsche Reich und

die Oesterreichische Monarchie und ist allen Jenen bestens zu empfehlen, die sich für

Kunst, Kunstgewerhe, Museen und Kunstschulen lnteressiren. Die Daten sind sehr exact,

die Form ist handlich.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.