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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIX (1884 / 223)

QL.

Bei Beachtung des außerordentlichen historischen Interesses, weiches die Miniaturen

des Trierer Codex bieten, wird sich der Beschauer leicht über die Steifheit und die hin

und wieder auffällige Geistlosigkeit der Bilder hinwegsetzen. Kraus hat sich durch die

besprochene Publication ein unleugbares Verdienst erworben. Dasselbe kann auch von einem

andern Werk desselben Autors gelten, das die vWandgemälde der St. Georgski

 rche zu Oberzell auf der Reichenauu betrifft. Es ist bei der oben genannten

Verlagsfirma in Commission gegeben und fast gleichzeitig mit der Publication des Codex

Egberti ers:hienen. Kraus sagt über das Verhältnissxler Wandgemälde zu den Bildern des

Codex Egberti Folgendes: nDie letzten Jahre haben ein großartiges Denkmal der Wandmalerei

aufgedeckt, welches in derselben Zeit (NB. wie der Codex Egberti) entstanden ist: Die

Wandgemälde der St. Georgskirche zu Oberzell auf der Reichenau, deren stylistische

Behandlung sich zwar nicht mit derjenigen des Egbert Codex deckt, aber so starke Verwandtschaft

 mit ihr zeigt, dass der innere Zusammenhang beider Serien neutestamentlicher

 Darstellungen unleugbar ist." Der Text, den Kraus den Tafeln nach den Reichenauer

 Wandgemalden beigegeben hat, geht sowohl auf den historischen als auch auf den

ikonographischen Theil des Gegenstandes in liebevollster Weise ein, so dass er in seiner

Art als treflich bezeichnet werden kann. Die Abbildungen, zum Theil in Farbendruck,

sind gleichfalls mit dankenswerther Sorgfalt hergestellt. Th. F.

I

Ornamentale Entwürfe im Styl des" Barock von Jean Lepautre. Berlin,

Paul Bette, 1883. F01.

Bei der heutigen Stromung des Styls und Geschmacks, der über die eigentliche

Renaissance hinaus bereits zum Barock, ja noch weiter zum Rococo hineilt, braucht

nicht des Wettern auseinandergesetzt zu werden, wie erwünscht und wichtig den Industriellen

 die oben angeführte Publication erscheinen muss. Auf 60 Tafeln in gutem

Licbtdruck ist eine Anzahl von Lepautrds Ueberreichthum an Ornamenten aller Art,

Friesstreifeu, Plafonddecorationen, Hermen, Vasen etc. etc. mitgetheilt und der billi e

Preis von 25 Mark wird der Verbreitung des neuen Werkes ungemein fbrderlich sein.

KLEINERE MITTHEILUNGEN.

(Auszeichnung-J Se. Majestät der Kaiser geruhte mit Allerh. Entschließung

 vom n. Februar den von den Bibliotheksbeamten, Custos

und Bibliothekar Eduard Chmelarz und Franz Ritter verfassten Katalog

 der Museums-Bibliothek der huldvollsten Annahme für die Aller!

höchste Familien-Fideicommiss-Bibliothek zu würdigen.

(Oesterr. Museum.) Se. Majestät _der Kaiser geruhte Sonntag,

den 16. März Nachmittags die Ausstellung von Aquarellen und Photographien

 ostasiatischer Architekturen, Landschaften und Volkstypen des

Baron Stillfried mit einem Besuche zu beehren. Se. Majestät, von dem

Director des Museums Hofrath v. Eitelberger und Baron Stillfried empfangen

 und durch die Ausstellung geleitet, bekundete ein lebhaftes

Interesse für die verschiedenen Darstellungen und gab wiederholt seine

Befriedigung über das Gesehene Ausdruck. Nach halbstündigem Aufenthalte

 verließ Se. Majestät wieder das Museum. _ Die Ausstellung des

Baron Stillfried blieb noch bis inclusive Sonntag, den 23. März geöffnet.

- Neu ausgestellt: Siegel österreichischer Regenten aus dem Hause Babenberg

 und Habsburg, aus derSiegelsammlung des Oesterr. Museums;-Decorationstechniken

der chemisch-technischen Versuchs-Anstalt auf Metall, Glas und Thon; - zwei Tische

mit Malereien, decorirt von Alex. Haas in Wien; - Vorbilder für Wappenmalerei, aus

der Sammlung des Museums; - Aufnahmen und Entwürfe von Baudenkmalen, Wanddecorationen,

 Stolfmustern, Möbel etc., von E. van der Null und aus dessen Nachlass, aus

der Sammlung des Museums; - zwei Suppenterrinen in Porzellan, Fabrik Kopenhagen,

Eigenthum der Frau v. Camesina; - Porzellanmalereien im Style der Alt-Wiener Porzellandecoration

 von den Wiener Porzellanmalern J. Zasche, F. Jäckl, F. Dort], Gebr. Stadler, Breitenfelder

 81 Haberditzl, C. Falb und P. Hotfmann. Alle diese Firmen führen gegenwärtig den

Bindenschild, das Wappen des Alt-Wiener Porzellans als Fabriksmarke. Als der erste,
            
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