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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIX (1884 / 227)

184.

Fundes treten wohl alle anderen Ergebnisse aus der arabischen Papyrusgruppe

 in den Hintergrund, obwohl auch diese Kostbarkeiten in Fülle

bieten, so eine Urkunde aus den Jahren 776-778 n. Chr., welche den

Widerstreit der Geschichtsschreiber über die Person des Statthalters von

Aegypten zu Gunsten des Historikers Tabari entscheidet; ferner ein

Handbillet des Khalifensohnes und Thronfolgers el-Muntasir, vom Jahre

851 n. Chr., womit der Postmeister von Alexandrien und zugleich Chef

der Geheimpolizei, in's Amt berufen wird, dann ein Fragment koränischen

 Textes aus dem 9. Jahrhundert, doch auf Papyrus geschrieben

und deshalb einzig dastehend, und viele andere Stücke, deren Nennung

eingehenden Fachberichten vorbehalten bleiben muss.

Literaturbericht.

vVorbilder für die Kleinkunst in Bronzen: Zwanzig Tafeln Abbildungen

verschiedener Objecte aus der Antike, dem Mittelalter und der Renaissance.

 Zum Gebrauche für Kunstindustrielle und gewerbliche Lehranstalten.

 Wien, Alfred Hölder, 1884.. F01.

Das vorliegende Werk, als Publication des Oeslerr. Museums für Kunst und

Industrie herausgegeben, bringt nachträglich eine auf den ersten Blick unscheinbare

Gruppe von Gegenständen der historischen Bronze-Ausstellung zur Anschauung, welche

im Vorjahre im Museum atatthatte. Es sind dies verschiedenartige kleine Objecte, welche

theils als Gerathe dem täglichen Gebrauche, theils nur zu decorativen Zwecken bestimmt

waren. Gerade an diesen aber zeigt sich mehr als an den monumentalen Werken das

eminente Stylgefühl vergangener Blüthenperioden der Kunst, in der allgemeinen Formengebung

 für Gefaße und Gerdthe, Henkelansätze, Austlussötfnungen, Sockelbildungen und

deren Decoration. Der Architekt H. Herdtle, Professor an der Kunstgewerbeschule des

Museums, welcher bereits in seiner Puhlication: uOstasiatische Bronzegefäße und -Geräthe

in Umrissen: die lehrhafte Seite dieser einen Gruppe van Formen in mustergiltiger

Weise hervortreten ließ, hat sich in den vorliegenden zwanzig Tafeln abermals als der

tredliche Lehrer erwiesen, als welcher er immer mehr die verdiente Anerkennung

findet. Die darzustellenden Objecte wurden von ihm mit pädagogischem Blicke ausgewählt

 und seine Leitung verbnrgte auch die gediegene Zeichnung der Tafeln, welche

von Schülern der Kunstgewerbeschule ausgeführt wurden. Bei der Mehrzahl der Obiecte

verlangte die Art des Gegenstandes und seiner Verzierung eine perspectivische Darstellung,

 um die Formen möglichst zur Geltung zu bringen. Wo es geboten schien, sind

aber den perspectivischen Bildern außerdem noch geometrische Proiectionen, Abwicklungen

 oder Schnitte beigefügt. Der Titel der neuen Publication gilt unserer Ansicht

nach allerdings nur mit einer gewissen Einschränkung. Die Tafeln bringen nicht ober-Haehlich

 einschrneichelnde Bilder von Objecten, welche von der heutigen Kunstindustrie,

wie es etwa gerne geschieht, unmittelbar nachgeformt werden können, dafür aber in ausgezeichneten

 Details die Grundlage und Anschauungsmaterial für das Wort: des Lehrers

an kunstgewerblichen Anstalten und Fachschulen. Diesen sei also Herdtle's Werk ganz

besonders empfohlen. Auch der Verleger Hölder, welcher sich nach dem Verzeichnisse

auf dem Umschlage des neuen Werkes um Publicationen für den Kunstunterricht bereits

in hohem Maße verdient gemacht hat, erwarb durch die äußere Ausstattung neuerdings

den Anspruch auf allgemeine Anerkennung. Ch.

l

Julian Klaczkrfs nFlorentiner Plaudereienc. Wien, Berlin und Leipzig,

Engel, 1884.

In der deutschen Literatur gibt es Wenige Bücher, die sich zur Lectüre für Künstler

so sehr eignen. wie dulian Klaczkds Florentiner Plaudereienu, welche von

der französischen Akademie gekrönt, von Dr. Wilhelm Lauser meisterhaft übersetzt

wurden. Es ist zugleich anregend und belehrend und behandelt in vier Essay's, welche

sachlich zusammenhängen, Dante und Michelangelo, Beatrice und die Liebespoesie,
            
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