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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIX (1884 / 227)

W186

(Oesterr. Museum.) Die Ausstellung von Geweben und Stickereien dalmatinischer

l-lausindustrie wurde durch neue Zusendungen der k. k. Statthalterei in Zara erweitert.

Gleichzeitig befindet sich im Saale Vl eine Ausstellung der hervorragendsten Stücke der

Textilsammlung des Museums, nach zeitlichen und örtlichen Gruppen geordnet.

rßesneh des Museums.) Die Sammlungen des Museums wurden im Monate

Juli von 6526, die Bibliothek von 1264 Personen besucht.

(Fortbildungacurs für Zeiehenlehrer an Webesohulen.) Ueber

Auftrag Sr. Excellenz des Unterrichtsministers wird der Fachschuldirector

Thomas Weigner in_ Warnsdorf, unter Oberaufsicht des artistischen

lnspectors, k. k. Baurathes Franz Schm ora nz, in der Zeit vom l. August

bis 30. September am Museum einen pädagogisch -didaktischen Curs zur

Fortbildung von Lehrern des Zeichnens an Webeschulen abhalten. Zur

Theilnahme an diesem Curse wurden vom Ministerium 17 Lehrer designirt.

(Zur Exportfrage.) Es wirken mehrere Factoren zusammen, dass

die Exportfrage jetzt überall an die Tagesordnung kommt. Die Ueberproduction,

 welche auf fast allen Gebieten der Kunst und Industrie

bemerkbar ist, nöthigt auf neue Absatzgebiete bedacht zu sein; die

Steigerung von Transportmitteln zu Land und Wasser erleichtert die

Kenntniss der Absatzwege, die culturellen Bedürfnisse, welche in fernen

Ländern sich geltend machen, zwingen die Menschen Länder aufzusuchen,

wo viel in Kunst und Industrie producirt wird. Es kommen die Colonien

hinzu, welche die Bedeutung der Exportfrage steigern. Uns im Oesterr.

Museum liegt es fern, hier ein entscheidendes Urtheil abgeben zu können,

aber der Pflicht dürfen wir uns nicht entschlagen, diese Frage aufmerksam

 zu verfolgen. In Hamburg, Leipzig, Stuttgart, München wird dieselbe

 lebhaft ventilirt und nach eingehenden Auseinandersetzungen in der

"Allgem. Zeitungn, ist man in Baiern bereits zur Gründung eines Exportmusterlagers

 in München vorgeschritten. Für dasselbe sind Localitäten

im alten Akademiegebäude an der Neuhauserstraße in Aussicht genommen,

welche durch Uebersiedlung der Akademie der bildenden Künste in ihren

neuen Palast frei werden.

Auch bei uns in Oesterreich wendet sich dieser Frage nuninehr

gesteigerte Aufmerksamkeit zu. Der Reichsraths-Abgeordnete R. v. Proskowetz

 hat in der letzten Sitzung der Olmützer Handelskammer, deren

Mitglied er ist, einen Antrag wegen Gründung einer Export-Handels-Gesellschaft

 in Wien gestellt. Derselbe lautet:

nDlC Handels- und Gewerbeltammer in Olmütz wolle sich unverzüglich mit allen

anderen oder doch den hervorragenden Handelskammern in's Einvernehmen setzen, damit

eine große Gesellschaft zur Forderung des österreichischen Exporrhandels, mit dem Sitze

in Wien, wie eine solche vor Kurzem die Pariser Handelskammer entrirt hat, gegründet

und von der Wiener Handels- und Gewerbekammer inangurirt werde; damit ferner in

Wien (gleichwie in Paris) ehebaldigst eine Akademie zur Heranbildung junger

Leute zu Pionnieren des österreichischen Exporthandels gegründet werde;

damit die cisleithanischen Handels- und Gewerbekammern sofort eingeladen werden, ihre

Delegirten zu einem Congresse behufs Berathung dieser oben angeführten Fragen nach

Wien abzusenden, welcher Congress unter dem Vorsitze des Präsidenten der niederösterreichischen

 Handels- und Gewerbekammer zu tagen hatte. Zu diesem Congresse

seien der Minister des AeuBern, der Handels- und der Ackerbauminister, dann die Delegirten

 der ungarischen Handels- und Gewerbekammern, sowie der Leiter des Marine-Departements,

 resp. das Reichs-Kriegsministerium einzuladen, um mit der Regierung beider

Reichshalften stets im Contact zu bleiben.-(Cantral-Comite

 zur Beförderung der Erwerbsthatigkelt der bohm. Erzund

 Riesengebirge-Bewohner.) Aus dem Berichte des Obmannes, Herrn Richard

Ritter v. Dotzauer, über die Thängkeit des Comitäs seit der letzten Sitzung lieben

wir zunächst die Mittheilung hervor, dass die von Herrn Ottomar Wenzel zusammengestellte

 Collection von Spitzenmustern auf ihrer Reise in Sebastiansberg eingetroffen

ist und dass diese Wander-Ausstellung, über deren Erfolg zahlreiche Dank- und Aner-
            
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