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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIX (1884 / 228)

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theiligung des Oesterr. Museums hängt wesentlich von dem Umstände

ab, welche Stellung die österreichische Regierung der Ausstellung in

Antwerpen gegenüber einnehmen wird, da im Budget des Museums kein

Credit vorhanden ist, welcher für die Beschickung von Ausstellungen verwendet

 werden könnte.

In sehr lebhafter und geistreicher Weise hat sich Friedrich Pecht

in der "Münchener Allgemeinen Zeitunga über die Bedeutung der Antwerpener

 Ausstellung ausgesprochen. Bei dieser Gelegenheit ist es auch

unerlässlich nöthig, auf die Wichtigkeit des dortigen Hafens insbesondere

für den Export hinzuweisen und es dürfte bei diesem Anlasse passend

sein auf die Geschichte von Antwerpen einen Rückblick zu werfen.

Seit der Gründung des Deutschen Reiches hat sich die Bedeutung

Antwerpens in ungewöhnlicher Weise gehoben. Im frühen Mittelalter

war der Hafen von Brügge der Exporthafen nicht bloß für Flandern,

sondern für das ganze Deutsche Reich. Die Weltstellung von Brügge als

Handelsplatz ging nach und nach verloren, umsomehr hat sich jedoch

die Bedeutung Antwerpens als Hafenstadt seit dem dreißigjährigen Kriege

gehoben und alle Anzeichen sprechen dafür, dass künftighin Antwerpen

der Exporthafen werden wird für das ganze Deutsche Reich und jene

Stellung einnehmen dürfte, welche Liverpool auf commerciellem Gebiete

für England besitzt. Zur Zeit Rubens gehörte Antwerpen in kirchlicher

Beziehung noch zum Deutschen Reiche, speciell stand es unter der Jurisdiction

 des Erzbischofs und Curfürsten von Köln, und darum ist Albrecht

Dürer, als er seine Fahrt nach den Niederlanden unternommen hat, auch

nach Antwerpen gekommen. Nach der Constituirung des Deutschen

Reiches, wie sich dieselbe gegenwärtig vollzogen hat, ist dieser Zug noch

mächtiger und gewaltiger geworden. Wer heutigen Tags mit aufmerksamem

 Auge die handelspolitischen Verhältnisse in Belgien und Holland

verfolgt, wird finden, dass in Rotterdam, Amsterdam, vor Allem aber in

Antwerpen sich eine große Anzahl von deutschen Kaufleuten und Industriellen

 etablirt haben, um den Export von [deutschen Gütern von

den genannten Hafenplätzen aus zu besorgen. Für die österreichische

Industrie, speciell die Kunstindustrie ist dieser Umstand schwer in's

Gewicht fallend, weil es ja bekannt ist, dass eine nicht geringe Anzahl

deutscher Kaufleute sich mit dem Export österreichischer Waaren beschäftigen

 und da Oesterreich nur sehr wenig Häfen besitzt, welche für den

Export österreichischer Industrie-Erzeugnisse thätig sind, so ist es sehr

erklärlich, warum die österreichischen Handelskammern sich so lebhaft

für die Antwerpener Weltausstellung interessiren. Besonders sind es die

Industriellen, Künstler und Kunsthandwerker von Böhmen, Mähren und

Niederösterreich, aber auch von Steiermark, welche eine Betheiligung

Oesterreichs an der Antwerpener Ausstellung mit dem größten Interesse

verfolgen. Wenn das leitende Comite für die Beschickung dieser Ausstellung

 einigermaßen eine Thätigkeit und Intelligenz entwickelt, so unter-
            
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