Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIX (1884 / 229)

214v_

Blaugr ne  bergebend, bildet die Oxydation einen Malachit berzug, welcher

das Metall nach und nach ganz aufzehrt, wodurch der Bronzegegenstand

einen reizvollen Anblick gew hrt.

Ein anderer und tiefer liegender Grund, die Bronze als Repr sentanten

 der Cultur zu w hlen, ist wohl der, dass alle Culturv lker in sehr

fr her Zeit die Bronze gekannt haben, ja manche Gelehrte nehmen an,

dass die Bronze das  lteste von der Menschheit verwendete Metall ist. Es

w re dies um so wunderbarer, als die Bronze, wie ja Jedermann wei ,

eine Legirung ist, und zwar eine ziemlich complicirte Legirung. Ich will

auf diese Frage speciell nicht eingehen, die mir discutabel erscheint;

jedenfalls ist zu constatiren, dass die Bronze eines der  ltesten bekannten

Metalle ist, und es l sst sich ferner constatiren, dass merkw rdigerweise

die Erfindung derselben allen Culturv lkern gemeinsam ist. Die Bronze

bildet somit gewisserma en den Gradmesser der Cultur eines jeden Volkes,

weil innerhalb der Bronzen die gesammten Culturbestrebungen des Gewerbes

 am Besten zum Ausdrucke gelangen.

Die Bronze-Ausstellung zeigt uns also, wie hochwichtig die Bronze

f r die Kunstentwickelung ist, und sie soll auch den heutigen Kunstj ngern

 zur Aneiferung dienen, damit sie lernen, was in der Bronze

fr her schon geleistet worden, und damit sie trachten, diese Leistungen

nachzuahmen. Denn es fehlt, wenn ich mich nicht irre, noch sehr viel,

dass die Kunstindustrie der heutigen Zeit zu der H he der fr heren

Epochen gelange.

Nachdem meine Aufgabe vornehmlich darin besteht, mit dem pr -historischen

 Theil der Ausstellung bekannt zu machen, ist es vor Allem

nicht unwichtig, klarzulegen, was unter npr historischu verstanden werden

soll. Pr historisch, vorgeschichtlich, ist naturgem   ein ganz relativer

Begriff. Er bezeichnet nicht eine bestimmte Periode der Geschichte, sondern

 es ist ein Ausdruck der Verlegenheit, diesen oder jenen Gegenstand

in eine bestimmte geschichtliche Periode einzuf gen. Wo die historische

Grenze aufh rt, da beginnt das Gebiet des Pr historischen. Naturgem  

ist deshalb die Grenze des Pr historischen in den verschiedenen L ndern

au erordentlich verschieden , je nachdem die Geschichte weiter oder

weniger weit hinaufreicht.

In Aegypten wird das Pr historische dort anfangen, wo die alt- gyptische

 Cultur aufh rt; es wird also au erordentlich weit zur ckreichen.

 In Griechenland wird es weniger weit, aber immerhin sehr weit

zur ckreichen; wir wissen aus den Funden Schliemann's, dass er vor

den eigentlich griechischen Gegenst nden solche fand, die den Charakter

des Pr historischen haben und sich geschichtlich nicht genau bestimmen

lassen. N her ger ckt ist die pr historische Zeit in Italien, noch n her

bei uns, wo sie mit der r mischen Occupation endigt. Diese letztere und

ihre limes, ihre befestigten Grenzen, bilden aber auch in Central-Europa
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.