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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XX (1885 / 232)

Verzierung bedeckt und bilden damit noch eine besondere Specialität.

Eine schwarze, goldverzierte Vase dieser Art, Eigenthum Sr. k. und k.

Hoheit des durchlauchtigsten Herrn Erzherzogs Carl Ludwig, ist unter

Nr. 750 des Kataloges abgebildet.

Die weiteren Specialitäten der chinesischen und japanischen Töpferkunst

 überlassen wir dem Kataloge, an dem der Besucher der Ausstellung

ja einen kundigen Führer besitzt. Der Leser wird sich aus unseren

Bemerkungen wenigstens überzeugt haben, dass dieAusstellung des Schönen,

des Anregenden und Lehrreichen in außerordentlichem Maße besitzt. Es

wird sich nicht leicht wieder eine Gelegenheit finden, sich so auf diesem

uns so fremden und doch so interessanten Gebiete des Kunstsammlers zu

unterrichten.

Damit, mit diesen Arbeiten von China und Japan verglichen, erscheint

dasjenige, was die Ausstellung auf dem Gebiete westasiatischer oder muhammedanischer

 Keramik bietet, nur wie ein Anhang. Es trifft auch weniger

das Gebiet des Sammlers als das der Kunstindustrie und mehr rein decorativer

 Art in kräftigerem, um nicht zu sagen derberem Style. Das feinere

Material des Porzellans hat wohl als Import von China und Japan Eingang

in die anderen Länder gefunden, aber weder Persien, noch Indien, noch

Kleinasien haben es je Iabricirt. Was die Töpferkunst dieser Länder

geschaffen hat und noch arbeitet, ist Fayence oder einfach glasirte Thonwaare.

 Es sind_Fliesen, welche die Wand bedecken, oder Gefäße zum

Gebrauche, wie Schüsseln, Teller, Töpfe, Flaschen. Zu den ersteren hat

das österreichische Museum den größten und interessantesten Beitrag

gestellt.

Die Bestimmung zum Gebrauche nimmt diesen Gegenständen nichts

von ihrer Schönheit. Derb im Materiale, skizzenhaft in Zeichnung und

Ausführung der Malerei, sind sie doch von großer decorativer Wirkung

und darum für uns sehr lehrreich. Unter den Gefäßen stehen obenan

durch ihre Zahl und ihren Etfect die spanisch-maurischen Schüsseln mit

ihrem goldgelben, braunen oder kupferrothen Metallglanze, Arbeiten, deren

Fabrication sich aus der maurischen Zeit Spaniens bis in die Gegenwart

herabgezogen hat. Es sind schöne Beispiele darunter, aber die Menge thut

dem Einzelnen Eintrag.

EineSchüssel ohne Goldglanz, die sich dazu eingefunden hat (Nr. 2604),

welche der Katalog als arabische Schüssel und Fabricat von Granada aus

dem i3. Jahrhunderte bezeichnet, will uns trotz ihrer Arabesken mit ihren

ordinären Töpferfarben nur wie eine moderne Fälschung erscheinen.

Den spanisch-maurischen Schüsseln tritt in der sogenannten rhodischpersischen

 Fayence ein edleres Genre zur Seite, Gefäße mit rothen, blauen

und grünen Pflanzen, Blumen und Ornamenten auf weißem Emailgrunde,

Arbeiten verschiedener Fabrikstätten Kleinasiens und Persiens, das Beste,

was der muhamrnedanische Orient auf dem Gebiete der Keramik geleistet

hat. Dann ist noch eine Reihe indischer Gefäße um ihrer Ornamente

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