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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XX (1885 / 234)

Sachkenntniss eines Untergymnasiasten sind Behauptungen aufgestellt, wie folgende:

aßtbl der späteren Antike wurden bisweilen als Säulen oder Pfeiler die sogenannten Karyatiden

 eingeführt. Es sind dies langbekleidete Frauen- und Mldchengestalten. welchen

eine ruhige Stellung gegeben wurde. Zu gleichem Zwecke wurden auch nackte Männergestalten.

 die aAtlantenl verwendet. Hiebei haben die Griechen wieder die Aegypter

nachgeahmt, wenn auch in keiner lobenswerthen Weise. Die Aegypter benutzten die

menschliche Figur, um sie den Säulen und Pylonen gleichsam als Wächter vorzusetzen.

während die Griechen selbst zarten Frauengestalten drückende Lasten auf's Haupt hurdctenu

 - Bekommen die Griechen hier vom Herrn Zeichenlehrer Hltiselmann in Biel

eine schlechte Note in Architektur. so kommen bei anderer Gelegenheit die Römer nicht

viel besser weg. bei diesen nward die Kunst zur Magd der Selbstverherrlichungerniedrigt.

Den römischen Tempeln fehlte Würde und Kunstverehrung. wahrscheinlich weil man der

ebenfalls von den Griechen entlehnten Religion wenig Glauben schenken IIIOChKGJ -

Der Verfasser hat wohl kaum eine Ahnung. wie viel Unsinn er in so wenig Worten

schlicht zusammenzufassen verstand! Wir geriethen nur durch Zufall beim Durchblättern

des Buches auf diese zwei Stellen, es mögen wohl noch charakteristischen darin enthalten

 sein, ist es ja für einen gewöhnlichen Sterblichen ganz unberechenbar, wie sich

die Cultur vergangener Jahrtausende vom Standpunkte eines Zeichenlehrers in Biel aus

prasentirt! Auf gleichem Niveau mit dem Texte stehen die Abbildungen; sie sind zum

gro ten Theil einem Kataloge von Gypsabgüssen, welchen die Gebrüder Hofelich in

Stuttgart an ihre Kunden versenden, entnommen, und hier hat Herr Hauselmann eine

seltene Unkenntniss der Formen an den Tag gelegt. So werden uns z. B. im Capitel

nDer römische Stylr niederländische Holzschnitzereien des 16. Jahrhunderts als vkomische

Füllungsornamentet vorgeführt. J. F-s.

a

Die Schmiedekunst nach Originalen des XV. bis XVHI. Jahrhunderts.

Berlin, E. Wasmutb, 1884.. Fol.

Wir haben das erste Heft dieses Lieferungswerkes vor uns. welches auf acht

Hefte zu je zehn Blattern berechnet ist. und sowohl Kunstschlosserit als Schmieden

höchst willkommen sein dürfte. Die Zeichnungen von O. Zimmermann sind mit Liebe

und Genauigkeit nach durchwegs guten Originalen ausgeführt. Wir finden ferner bei

jedem Objecte die Angabe der Zeit, welcher dasselbe angehbrt, des Ortes, an welchem

es sich befindet, des Maßstabes und des gegenwärtigen Besitzers. Ebenso ist etwaige

Bemalung, Vergoldung etc. kurz notirt.

I

- Kunstschmiede-Arbeiten aus dem XIV. bis XVllI. Jahrhundert.

Herausgegeben von F. Ehemann. Berlin, P. Bette, 1884. Fol. Diese Publication verfolgt

 dieselben Zwecke wie die vorher genannte. Die Tafeln sind in Lichtdruck hergestellt

und behandeln die bisher erschienenen Hefte ä m Tafeln vorzugsweise die Barockkunst.

l

- Studie über die Organisierung des Bauwesens in Oesterreich von

Frz. v. Neumann. Baurath. Diese im Selbstverlage des Verfassers soeben erschienene

Studie steht im engsten Zusnmmenhange mit den Bemühungen der österreichischen

Architekten. die sociale Stellung der Architekten zu sichern. Die Studie ist an Hofrath

v. Eitelberger gerichtet, behandelt die Frage der Organisation einer Architektenkammer

 für Oesterreich und gibt Fingerzeig: über den Unterricht für Architektur. Wir

kommen auf den lnhalt dieser Studie ausführlich zuruck. Am Schlusse bringt N eumann

einen Entwurf einer Architektenkammer.

i

- Ca rel van Mander's nLebensbeschrcibungen der flämischen,

holländischen und deutschen Malern vom Jahre t6o4, ein Werk, das längst verdient

 hatte in deutscher Sprache veröffentlicht zu werden. wurde jetzt in Paris in der

Bibliothäque internationale de l'Art vnn Heinrich Hyman s publicirt. Niemand ist zu einer

solchen Arbeit mehr berufen als der genannte gelehrte Bibliothekar und Professor an der

Akademie in Antwerpen. Das Werk erscheint in zwei Quartbanden, von dem der erste

nebst einer Einleitung eine Biographie van Mander's enthält, und ist mit tretflichen Ree

productionen der Künstlerportraits geziert.

l-Fortselpmg

 auf der Beilage.
            
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