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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XX (1885 / 234)


Soweit solche farbig decorative Wirkung angestrebt worden, sind

alle diese Gefäße interessant, lehrreich und zum Theile auch neu. Bei

der Mühe aber, die man sich um diesen Theil gegeben. ist es höchst auffallend,

 wie die Schönheit der eigentlichen Ornamente vernachlässigt ist.

Sie sind in der Zeichnung mitunter so gewöhnlich und so veraltet, dass

bei uns sie Niemand mehr machen dürfte. Dasselbe gilt von den Formen

der Gefäße, von denen unser Auge kaum eine für schön finden möchte.

Es ist schon so mit dem französischen Geschmacke, und er hat sich darin

nicht geändert: um gewisser Wirkung willen werden andere künstlerische

Seiten am Werke vernachlässigt, so dass dieses nie oder selten einen reinen,

harmonischen Eindruck macht. Das hindert aber nicht, dass diese Collectlon

von Sevres-Vaseu einen höchst schätzenswürdigen und dankenswerthen

Beitrag zu dexrSarnmlungen des Oesterr. Museums bildet.

(vWr. Abdpstm) J. v. Falke.

- Die Direction der böhmischen Sparcasse in Prag hat dem Museum

ein Exemplar der silbernen Erinnerungsmedaillen geschenkt, welche anlässlich

 der feierlichen Eröffnung des Künstlerhauses wRudolfinutna geprägt

wurde. Die Medaille ist eine Arbeit des Medailleurs Scharff und entspricht

 den künstlerischen Anforderungen nach jeder Richtung. Auf der

Aversseite sehen wir das Künstlerhaus und darüber von zwei Genien

getragen das Porträt-Medaillen des Kronprinzen nebst Inschrift; der Revers

zeigt einen weiblichen Genius, welcher der Musik, der bildenden Kunst

und der Industrie ihr neues Heim anweist, während die Rechte auf die

Devise der Sparcasse nArbeite, sammle, vermehren hindeutet.

N9! MISQQSGBIIG: Eine Reihe von Abgüssen nach Stuccoreliefs aus dem im

Garten der Farnesins ausgegrabenen römischen Hause. Diese Stucchi, Theile von Wandund

 Deckendecorationen, bestehen aus Ranken mit dazwischen gesetzten Figuren, Victorien,

Kriegern, zumeist im phrygischeu Costüm, Sphinxen etc. Die männliche Bildung der

zuletzt genannten Figuren sowie das häufige Vorkommen von Lotosblumen, scheinen die

Erfindung nach Alexandrien zu weisen. Sammtliche Stücke sind ohne Anwendung von

Formen aus freier Hand modellirt und können mit ihrer musterhaften Behandlung des

Reliefs als die besten Vorbilder für moderne Industrie gelten. - Vergoldeter Bronzeluster,

 Zeit Louis XVL, Eigentbum des Herrn N. Goldsand; -Stickereien von Hermine

Lang;-1Bucheinband in geschnittenem Rindsleder, Geschenk des Verfertigers L. H ö lzel;

-Kastchen in geschnittenen: Leder, 14. Jahrhundert.

(Besuch des 111186111115.) Die Sammlungen des Museums wurden im Monate

Februar von 10.868, die Bibliothek von 2404, die Vorlesungen von 431 Personen

besucht.

(Wiener Kuuatgewerbeverein.) Montag den 9. Februar hielt der Kunstgewerbevereiu

 im Sitzungssaal: des Oesterr. Museums seine erstiahrige Generalversammlung.

Nlch Verlesung des Jahresberichtes und Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten

hat Prof. Macht eine Discussion über die modernen Farben und ihre unzulanglichen

Eigenschaften eingeleitet. - In der permanenten Ausstellung des Vereincs wurden neu

ausgestellt: Ein Bibliothekschrsnk von Ludwig Schrnitt, geschnitzte Rahmen von

A. Scbeidl, verschiedene Lederarbeiten von Julius Franclte. Credenz von Michael

Niedermoser, Tapeziermbbel von 0. Fahr.

(Die Vertretung das Oesterr. Museums im Guratorium des

P2889! Kunstgewerbe-Mueeuma.) Das k. k. Handelsministerium hat

mit dem Erlasse vom 20. Jänner 1885, Z. 832, die Statuten des Prager

kunstgewerblichen Museums im v-Rudolphinumt- genehmigt. Die Zielpunkte,

 welchen dieses neugegründete Institut zustrebt, sind dieselben,

welche das Oesterr. Museum seit seiner Gründung consequent verfolgt

hat. Schon der ä. r zeigt, dass die Statuten des Oesterr. Museums als

Vorbild bei Abfassung der Statuten des Prager Museums gedient haben.

Die Intentionen der Prager Handelskammer, welche das Kunstgewerbex



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