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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XX (1885 / 235)

379

fäBe gelöst hatten und dieser Betrag in Rechnung gezogen wurde, ergab

sich Folgendes: '



z Liter destillirtes Wasser hatten . . . . . . . . . . . . . .  0'062 Gramm,

2 Liter von mit Wasserglas versetztem destill. Wasser

hatten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . I

2 Liter Hochquellenwasser harten . . . . . . . . . . . . . . . .. 0'014 v-2

 Liter von mit Wasserglaslösung versetztem Hochquellenwasser

 hatten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 0'010 u

von der Substanz des Marmorwürfels gelöst.

Es resultirt aus diesen Resultaten, dass das Hochquellenwasser,

also Quellwasser, welches bereits kohlensauren Kalk aufgelöst enthält,

weniger lösend auf die glatte-Marmoroberfläche einwirkt, als reines destilv

lirtes Wasser, welches von solchem Salze ganz frei ist.

Noch besser verhält sich übrigens in dieser Beziehung destillirtes

Wasser, welches durch längeres Verweilen über groben Marmorstücken

mit einer gewissen, zur Sättigung nöthigen Menge von Calciumcarbonat

beladen wurde. Bei einem diesbezüglichen Versuch lösten zwei Liter eines

solchen Wassers unter ähnlichen Umständen, wie die oben beschriebenen,

kaum o'oo64 Gr. von der Substanz des Marmorwürfels.

Man muss somit selbst reines Wasser, Marmor gegenüber, mit einer

gewissen Vorsicht in Anwendung bringen und es dürfte sich empfehlen,

durch Beigabe einer bestimmten, jedoch stets sehr geringen Menge von

Wasserglas den nachtheiligen Wirkungen vorzubeugen, wobei jedoch

darauf zu achten ist, dass ein Bodensatz, der sich bei Zusatz von Wasserglas

nach längerem Stehen bildet, absetzen gelassen und nur das von diesem

abgegossene Wasser zum Waschen benützt wird. Anstatt Wasserglas

kann man wohl auch Seife anwenden, doch müssen Menge und Natur

dieses Zusatzes sorgfältig erwogen werden.

Bei Erzmonumenten steht die Sache weniger bedenklich. Uebrigens

kann man unter gewissen Umständen auch bestimmte Lösungsmittel für

fetthaltige Substanzen, wie Terpentinöl und Petroleum, mit Vortheil zur

Anwendung bringen. Unter allen Verhältnissen jedoch ist öfteres Abwaschen

 mit Seife wenigstens für Erz zweckmäßig.

Die Seifen bestehen aus den Alkalisalzen der Fettsiiuren mit höherem

Kohlenstoifgehalt (Palminnsäure, Stearinsäure, Oelsäure) und haben die

Eigenschaft, durch vieles Wasser eine theilweise Zerlegung in freies Alkali

und ein saueres Salz zu erleiden. Das freie Alkali wirkt lösend auf fettartige

 Körper und entfernt die anhaftenden Unreinigkeiten, welche durch

das den Schaum bildende sauere Alkalisalz eingehüllt werden und es ist

somit klar, dass jedes Alkalisalz, welches in ähnlicher Weise durch Wasser

zerlegt wird, bis zu einem gewissen Grade die Seife ersetzen kann, wie

z. B. das Wasserglas.
            
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