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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XX (1885 / 235)

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im Anschluss an die Architektur und ihre Glieder und damit auch im

Anschluss an die Plastik. Auch diese Verbindung muss heute mehr und

kräftiger betont werden, als es bisher geschehen ist.

Die Ausstellung lehrt ferner. wie unbeschränkt das Reich der Phantasie

 in dieser Decoration der Innenräume gewaltet hat, wie reich, wie

mannigfach, wie großartig und wie anmuthig und liebenswürdig ihre

Erfindungen und Aeußerungen sind. Jedem Kunststyl, jedem nationalen

Geschmack ist hier die Phantasie gerecht geworden, in jedem hat sie

Eigenartiges, Reizvolles und Interessantes geschaffen. Sie umspannt das

ganze Gebiet der Ornarnentik, vom einfachsten linearen oder geometrischen

 oder gereihten Ornament angefangen durch alle Motive der Natur

hindurch bis zur kunstvoll verschlungenen Arabeske. Sie zieht die Welt

der Thiere und der Menschen in ihren Bereich und verwendet und

gestaltet sie nach ihrem Ermessen, natürlich oder stylvoll, heraldisch wie

symbolisch, allegorisch bedeutsam wie decorativ; sie steigt hinauf zum

höchsten Bildwerk, das sich der Decoration einfügen und ihr dienen muss,

in Palast und Haus wie in der Kirche.

Unsere Ausstellung versucht allen diesen Gesichtspunkten gerecht

zu werden. Sie zeigt das Ornament wie das großartige Wandgemälde;

sie schließt das letztere (in der Regel) nur dann aus, wenn es von jeder

Umgebung, von jeder umrahmenden Decoration losgelöst wiedergegeben

ist. Sie zeigt ihren Gegenstand in historischer Folge, geordnet nach den

großen geschichtlichen odernationalen Kunststylen, wie sie einer nach

dem andern aufgetreten sind. Wir lassen sie auch so räumlich in der

Aufstellung einander folgen, indem wir (rechts vom Aufgang der Stiege)

mit den Aegyptern in den oberen Arkaden beginnen, und umwandelnd

unter den Arkaden noch die griechische und römische Decoration, die

Malerei der Katakomben, die byzantinische Decoration und die Glasmosaik

und die des Mittelalters nordwärts der Alpen passiren. Im Saal IX, den

wir sodann betreten, gelangen wir durch die frühe italienische Decoration

zur Renaissance, die wir allseitig kennen lernen. Der Vorlesesaal führt

uns dann durch die Barockzeit bis an den Anfang des I9. Jahrhunderts,

als an unseren Grenzpunkt. Hier hat auch noch die orientalische Decoration,

 obwohl im System die vierte Gruppe, ihren Platz gefunden, weil

sie, Mittelalterliches und Modernes umfassend, sich in den Gang der historischen

 Entwickelung schwer einfügen ließ.

Das Material, das an Abbildungen jeglicher Art zu Gebote stand,

war mehr als der verfügbare Raum fassen konnte. Schon der gegenwärtige

 Bestand der Bibliothek und der Vorbildersammlung des Museums

hätte zum großen Theil hingereicht; wo wir aber Originalzeichnungen

von auswärts hatten, zogen wir es vor, diese vor Allem zu verwenden

und etwaige zweite Darstellungen desselben Gegenstandes aus dem Museum

zurückstehen zu lassen. Und originale Aufnahmen sind uns reichlich zur

Verfügung gestellt. Zuerst sei hier mit dem Ausdruck ergebensten Dankes
            
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