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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XX (1885 / 235)

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diese Arbeiten reihen sich eine beträchtliche Anzahl von Thonproben

und Versuchen, für welche eine Taxe nicht einzuheben war, weil diese

Arbeiten theils zum Zwecke des Studiums und im eigenen Interesse

angestellt wurden, theils von der Anstalt als Gegenleistung für anderweitige

 Gegenleistung und Unterstützung der betreffenden lndustriellen

geboten wurden. So wurden mit einem Thone von Thallern in Niederösterreich

 eingehende Versuche angestellt, um seine Verwendung zu

feuerfester Chamottewaare, zu Steingut und Schmelztiegel zu erproben,

desgleichen mit Thonen hiesiger Hafner zum Zwecke, die Fabrication

guter Schmelztiegel hier zu ermöglichen und die Industriellen und die

Anstalt selbst von dem Bezuge auswärtiger Fabricate zu entheben. Auf

Basis günstiger Resultate bei diesen Proben ist nun die Fabrication von

Schmelztiegeln in einer hiesigen Fabrik bereits eingeführt, was namentlich

für die Anstalt von Wichtigkeit ist, nachdem von Seite der l-lospitanten

zum Zwecke praktischer Versuche ein sehr großer Verbrauch dieses

Utensils bedingt ist.

Eine Reihe von Versuchen mit Thonen aus der Umgebung von

Wien und solchen der Töpferschule zu Modern bei Pressburg bezweckten

die Ermittlung eines passenden Materials für Weißgeschirr (der eigentlichen

 Majolika) namentlich für Kunstgegenstände. Die Weißgeschirrfabriken

 in der Nähe von Wien fabriciren nur ganz ordinäre Gebrauchswaare

 in primitivster Art; trotz den seinerzeitigen Bemühungen der

Anstalt, durch Ueberlassung von Farben in den Fabriken die Erzeugung

besser decorirter Waare anzubahnen, war die Fabrication bisher nicht

von ihren alten Bahnen zu rücken.

Um nun einerseits die Fabrication der echten (Zinnemaib) Majolika

in technisch vollkommener Ausführung zu erreichen, andererseits, dem

keramischen Decorations-Atelier der Kunstgewerbeschule die Möglichkeit

zu verschaffen, auch die Technik der echten Majolikamalerei zu pflegen,

wurde angestrebt, die Erzeugung beihiesigen Hafnern einzuführen und

zu dem Behufe gute Masse aus leicht zu besichalfenden Thonen und

passenden Glasuren zu ermitteln, so dass die Majolikaerzeugung unter

der Controle der Anstalt ohne Störung der sonstigen Production der

betreffenden Fabrik nebenher gehen könnte. Bis nun ist diese Fabrication

zunächst in der Thonwaarenfabrik von A. Slach hier in Gang gebracht.

Das Streben, der an der Anstalt durchgearbeiteten Technik des

Limousiner Emails (der einheitlich hergestellten und zusammengepassten

Emaile, Farben und Präparate, sowie Erfahrungen in der technischen

Behandlung) den Weg in die Praxis zu bahnen, führte dahin, zunächst

einige kunstgewerbliche Fachschulen sowie Emailleure, die der Sache

Interesse entgegenbrachten, mit technischem Rath und durch Unterweisung

zu unterstützen und denselben die Decorationsbehelfe von Seite der

Anstalt zur Verfügung zu stellen. Es waren dies die Gnldschmiedeschule

in Prag, die Quincaillerieschule zu Gablonz, die Gewerbeschule in Agram

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