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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XX (1885 / 235)

(Grabmonumenu) Der Wiener Magistrat hat über Vortrag des Rathes Leltisch

den Beschluss gefasst, dem Gemeinderathe zu empfehlen, dass die Ausarbeitung des Entwurfes

 für das Grabmal der beim Ringtheaterbrande Verunglückten dem Prof. Rudolf

Weyr übertragen werde.

(Induatrie- und Handelamuseum in Porto.) Einem Briefe aus

dem Ministerium der öffentlichen Arbeiten in Portugal an das portugiesische

 General-Consulat in Wien entnehmen wir Folgendes: "Unsere

industriellen Zeichenschulen (I4 an der Zahl) haben unter Anderen für

den elementaren Unterricht wdie Zeichenschuleu von Grandauer in

ihr Programm aufgenommen und die Direction des Kunst- und Industrie-Museums

 in Porto hat der Regierung empfohlen, die von dem Oesterr.

Museum herausgegebenen Lehrmittel für Schulen einfach zu adoptiren

und die großen Sammel- und Vorlagenwerke zu kaufen, welche von

der österreichischen Commission zur Reform des Zeichenunterrichtes

empfohlen wurden.

(RGIGBGPBGIIB! K-unstlarprels.) Das Professoren-Collegium der k. k. Akademie

der bildenden Künste hat gelegentlich der Jahresausstellung im Künstlerhaus: dem Maler

Maximilian Pirner in Wien den ReicheVschen Kunstlerpreis zuerkannt.

(TegetthoR-Monument.) Eine größere Localcommission hat am Praterstern auf

dem Platze stattgefunden, wo das TegetthoK-Monument seine Aufstellung erhalten soll.

Das Monument wird auf demselben Punkte sich erheben, auf welchem am 18. August

1880 bei der Sojahrigen Geburtsfeier Sr. Majestät des Kaisers der Obelisk emporragte,

der damals in seiner glücklichen Durchführung den Wunsch nach der Situirung eines

Monurnentes auf dem Platze rege machte. Jetzt steht ein großer Candelaber, umgeben

von einem Retrungsplatze, auf dieser Stelle. Die Basis des Monumentes wird eine solche

Ausdehnung erhalten, dass die vom Praterstern ausgehenden Straßen und Tramway-Geleise

sowohl als auch die Gasrohre und der dort befindliche Canal umgelegt werden müssen.

Die Tischausstellungen des an der linken Seite der Praterstraße befindlichen Gasthauses

und Kaffeehauses sollen gekündigt werden. Mit dem Aufbau: des Sockels wird begonnen

werden, sobald der Canal umgelegt sein wird. Das Monument wird seine Situation in

der Richtung vom Stephansplatze zur Schwimmschulstraße erhalten und sich daher schon

von der Ferdinandsbrucke aus vortrefflich prasentiren. Bei der _Commission waren das

k. k. Obersthofmeisteramt, die Monument-Commission, das k. und k. Reichs-Kriegsministerium,

 die k. k. Polizei-Direction, die Tramway- und Gasgesellschaft, der Gemeinderath,

Magistrat und das Stadtbauamt vertreten.

(Kunat- und Gewerbeausstellung in Salzburg.) Am t, August d. J. wird

das Künstlerhaus in Salzburg feierlich eröffnet und soll mit dieser Eröffnungsfeier eine

große Gemaldeausstellung verbunden werden. Da um diese Zeit in Salzburg die Saison

ihre grüßte Entwicklung erreicht hat, so durfte sich die Ausstellung gewiss eines sehr

zahlreichen Besuches erfreuen. Es werden hiezu an die Kunstlergenosaenschaften des

ln- und Auslandes Einladungen ergehen. Zugleich mit dieser Kunstausstellung wird aber

auch eine Ausstellung kunstgewerblicher Erzeugnisse, jedoch nur einheimischer

Froduction d. h. aus Stadt und Land Salzburg stattfinden, welche voraussichtlich für

das dortige Kunstgewerbe von günstigen Folgen sein wird.

(Weltausstellung in Antwerpen.) Während man im kaiserl.

Lustschlosse uSchlosshofi- daran war, die prächtigen schmiedeeisernen

Gitterthore zu zerlegen, um sie nach Anwerpen zu senden, wo sie den

Eingang und den Ausgang der österreichischen Abtheilung bezeichnen

werden, war an der Kunstgewerbeschule des Museums Prof. Klotz mit

der Modellirung des f-iguralen Schmuckes der Scheinarchitektur beschäfa

tigt, in welche jene Thore eingefügt werden sollen. Es war keine leichte

Aufgabe, binnen sechs Wochen I4. Colossalhguren fertig zu stellen. Prof.

Klotz hat sich derselben mit höchst anerkennenswerther Geschicklichkeit

entledigt. Die Figuren sind in discreten Farben polychrom behandelt und

ihrer zehn stellen schwebende Amoretten dar, vier weibliche Genien mit

Posaunen. Diese plastischen Arbeiten sind ganz im Geiste der barocken

Kunst componirt und es wäre nur zu wünschen, dass dieselben noch in
            
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