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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XX (1885 / 235)

so gutem Zustande von der Ausstellung zurückkommen, dass sie hier als

Schmuck eines lnnenraumes dauernde Verwendung finden könnten.

(Alte Wandgemälde.) Bei der Renovirung der Schlachtcapelle von Sempach

fand man unter dem 1325 von Hecht gefertigten Schlachtbilde noch ein altes in Temperafnrben

 gemaltes Wandgemälde vor, das, von einigen Beschädigungen abgesehen, noch

recht gut erhalten ist. Unter diesem Bilde zeigt sich noch ein drittes. Das neu aufgefundene

 lenkt in hohem Masse die Aufmerksamkeit der künstlerischen und historischen

Kreise auf sich. Der Grundgedanke soll dem Bilde der Sempacher Schlacht von Nikolaus

 Manne] entsprechen, in der Anordnung aber viel monumentaler und grossartiger

als dieaea sein. Man verlegt die Entstehung des Bildes in das Jahr 1590, wo die

Mönche die Capelle rennviren ließen. (Wr. Ztg.)

(DB! Tempel zu Luxor.) ln der nlnschriften-Akademie- in Paris wurde ein

Bericht Maspero's, des Vorstandes des egyptischen Museums in Bulak, bekannt. Er

hat ein koptisches Buch mit etwa 30 Seiten lnhalt gefunden. In diesem Augenblicke

sind 150 Arbeiter beschäftigt, den Tempel von Luxor freizuachaufeln. ln zwei Monaten

wird der südliche Theil des Dorfes, welcher jetzt den Tempel besetzt hat, entfernt sein.

Das Uehrige wird weniger Schwierigkeiten machen. Zu fürchten ist nur, dass der Nil

dem Tempel Schaden bringt. Um so mehr heißt es sich beeilen, durch getreue Abbildungen

 und Uebertragung nach dem Museum von Bulak zu retten, was noch gerettet

werden kann.

(Antlkenhandts) Der Bronzestatue, die unlängst in der Nahe der Colonna-Garten

in Rom ausgegraben wurde, und einer Reihe werthvoller lnachriften, die Ende vorigen

 Monats dicht bei der Porta Salara gefunden wurden, sind jetzt sieben Marmorsarkophage,

 die in derselben Localitat ausgegraben wurden, und eine unweit der Scala

Santa entdeckte prachtvolle marmorne Portraitstatue einer römischen Dame hinzugefügt

wurden. Diese Statue ist aus tadellosem parischen Marmor von der seltensten Qualität

gemeißelt. Leider fehlt die rechte Hand, die erhoben war, die Nase und Spitzen beider

großen Zehen sind beschädigt, aber mit diesen Ausnahmen ist sie vollkommen und

die durch Zerfressung unbeschadtgte Oberfläche des Marmors ist fast ebenso rein, als

sie an dem Tage war, wo sie das Atelier des Bildhauers verließ. Eine griechische

lnschrift auf der Platte sagt, dass sie einer Schwiegermutter von ihrem Schwiegersnhne

Eubouleon errichtet wurde. Die Statue ist besonders interessant durch den Umstand,

dass nur das Antlitz das der Schwiegermutter Eubouleon's ist. Die Schriftzüge der Inschrift

und die Art, in welcher Gesicht und Haar gebildet sind, deuten darauf hin, dass der

Kopf in der ersten Halfte des dritten Jahrhunderts gefertigt wurde, während die benützte

Statue. ein schönes Werk ist, das der Zeit Hadrian's, wenn nicht einer llteren Zeitrechnung

 angehört. Sie hat eine Hohe von l Meter 80 Centimeter.

(Bau eines ltnaeuma für Knnatgewerbe in Paris.) Das franzbs. Ministerium

hat der vUnion zentrale des arts decoratifs- den Platz des Cour des Comptes am Quai

D'Orsay unter der Bedingung überwiesen, dass das an dieser Stelle auf Kosten der

Gesellschaft errichtete Museum nach Verlauf von 50 Jahren Eigenthum des Staates wird.

Der Bau soll mit einem Kostenaufwande von vier Millionen Francs hergestellt werden.

(Vnlentino BGINBL) Die uGazetta di Venezia- meldet von einem traurigen

Unglücke, das einen ausgezeichneten Künstler, den Bildhauer Cavaliero Valentino Besarel,

 in Venedig getroffen. ln seinem Atelier zu San Barnaba ließ er mit der Dampfsage

 ein Stück Holz durchsagen; das Unglück wollte, dass er mit der rechten Hand der

Maschine zu nahe kam, und die Sage schnitt ihm den Mittel- und Zeigefinger an der

Wurzel ab und zerfaserte den Gold- und kleinen Finger. Er ließ sich in das Spital

bringen und an seiner Hand kalten Blutes die nüthigen Operatidden vornehmen. Seine

künstlerische Thatigkeit wird sich künftig nur mehr auf das Modelliren beschränken.

Besarel war nicht allein der erste Holzbildhauer der Gegenwart in Venedig, dessen

Arbeiten nicht selten als Werke des Cinquecento in den Handel gebracht worden sind, bei

Gelegenheit der internationalen Concurrenz in Amsterdam im Jahre 1877 errang er auch

mit einem Marmorcamin den ersten Preis.

(Exposition du 'l'ravail. in Paris 1886.) Unter dem Prutectonte des Handelsmiuisters,

 des Unterrichtsminister und des Ministers für ödentliche Arbeiten wird im

Juli d. J. im Palais de l'industrie in Paris die internationale Arbeitsausstellung ernlfnet,

welche alle Gebiete der gewerblichen und Kunstindustrie umfassen wird. Eine internationale

 Jury, zum Theile von der Ausstellungscommission ernannt, zum Theil durch

die Aussteller gewahlt, vollzieht die Preisverlheilung.



Selbstverlag des k. k. Oeslerr. Museums ßir Kunst und Industrie.

BIIEDÄIIIFKEIQI m. rn-t ownau an... lta Wien.

r Mit einer Beilage: Jahresbericht des (Jesterr. Museums pro 1884. '-
            
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