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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XX (1885 / 236)

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'der einzelnen verschiedene Localtöne zeigenden Partieen des darzusrellenden

Gegenstandes mit schwarzer Farbe gezeichnet. Dann diese Localtöne selbst

mit translucidern Ernail vermittelst der Spachtel hergestellt, die Fleischtheile

 mit Violettbraun unterlegt und das Ganze gebrannt. Diese Gründe,

bei welchen durch das mehr oder minder transparente Email die metallische

Unterlage leise schimrnerte, erhielten nun erst ihre Vervollständigung

durch das Aufsetzen von Lichtern aus halbopakem Weiß, insbesondere

bei den Gesichtern und allen übrigen Fleischtheilen und durch Goldlichter

bei den Gewändern und der sonstigen Zuthat. Findet man zwischen dem

Elfecte der hier beschriebenen Maleremaillen und dem Smalto di basso

rilievo der Italiener noch gewisse Aehnlichkeiten, so ist dies in keiner

Weise rnehr der Fall bei dem Limousiner Email des 16. Jahrhunderts, dem

Limousiner Email kat' exochen. Hier finden wir die mannigfaltigen Kupferplatten

 und Kupfergefäße, Kannen, Schüsseln, Teller, Salzfässer, Vasen,

kleine und große Gefäße für profanen und kirchlichen Gebrauch zunächst

vollständig und von allen Seiten mit deckendem, dunklem, meist schwarzem

Email überzogen; nur das Contre-Email der Platten erscheint farblos durchsichtig;

 und darauf nun ist, bei den besten Stücken nur mit Weiß, nur

durch stärkeren und schwächeren Auftrag die Modellirung der Malereien

erzielt, deren weiche zartduftige Schattirung bei kräftiger Formenbildung

von keiner anderen Maltechnik erreicht werden kann. Bescheidene Anwendung

 von Gold vervollständigt und bereichert die Wirkung. Der sonst

nur mit Wasser angefeuchtete Emailbrei wurde durch die Anwendung

eines entsprechenden Bindemittels, meist des abgesonderten Schleimes von

in Wasser eingeweichten Quittenkernen, sowie durch sorgfältiges Anreiben

ductil und zum Auftragen tauglich gemacht, letzteres geschah nur selten

mit dem Pinsel, in der Regel wie auch noch heute, mit einer an einem

Stiel befestigten Nadel, mit deren Spitze das weiße Email tropfenweise

aufgesetzt und der gewünschten Zeichnung entsprechend durchgearbeitet

wurde.

Doch die Weiterentwickelung dieses Genres rastet nicht; früher schon

kam man auf das Verfahren, kleine Partien der Bildoberfläche, etwa edelsreinartige

 Scheibchen u. s. w., rnit Stückchen dünngehämmerten Goldes

oder Silbers zu bedecken und diese dann mit translucidern Email zu

überziehen. Sparsam musste hiebei umgegangen werden, sollte die Wirkung

 keine gleißende sein; doch jetzt benutzte man die durchsichtigen

Farben auch auf andere Weise; man verzichtete auf die Goldfolien oder

paillons, überzog die Gewänder der en grisaille nur mit Anwendung von

Weiß, hergestellten Figuren mit durchsichtigen Farben und tingirte die

Fleischtheile mit einem röthlichen Ton. Generationen beschäftigten sich in

steter Reihenfolge mit der Pflege dieser Kunstweise; die Emailmalerfamilien

 der Penicaud, der Limousin, Nouaillier, Reymond, Courtey u. s.w.;

aber nur bezüglich der Arbeiten eines Klinsters der letztgenannten Familie,

von welchem die mit vollem Namen bezeichneten. gegenwärtig im Oesterr.
            
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