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Full text: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XX (1885 / 237)

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Da eine Vorprüfung ergab, dass die zum Ausbessern der Trommel B verwendeten 
Stücke nicht etwa dem abgeschnittenen ringförmigen Fuße derselben Trommel ent- 
nommen waren, indem ihre Zusammensetzung sich als eine ganz andere erwies als die 
des Metalles B, so wurde auch eine vollständige Untersuchung dieses Flickmateriales 
ausgeführt. 
lm Ganzen sind somit drei indische Bronzen, ferner die dieselbe bekleidende 
Patin: analysirt worden. 
Untersuchung der Bronzen. 
Die Metalle A und B zeigten an der Feilüäche licht kupferrothe Farbe, dagegen 
das Flickmaterial eine helle Bronzefarbe. Die Bruchßachen erschienen unter der Loupe 
nicht homogen. sondern bis in's lnnere mit nichtmetallischen Theilen durchsetzt. Um 
die Metalle davon möglichst zu trennen und ein zur Analyse geeigneteres Material zu 
erhalten, wurden dieselben gefeilt, das erhaltene Pulver mittelst Magnet von Eisen- 
theilchen, welche von der Feile herrühren konnten, befreit, endlich geschlemmt und 
getrocknet. Dann hatten die Pulver den Metallglanz verloren und erschienen grau- 
braun gefärbt. 
Der qualitativen Analyse nach sind die Metalle A und B gleich zusammengesetzt; 
sie enthalten: Kupfer, Blei, Zinn, Antimon, Arsen, Schwefel, Kohlenstoff und Eisen, 
sowie sehr geringe Mengen Kieselsäure und Kalk, als Verunreinigungen von ein wenig 
noch anhaftender Patina. Das Flickmaterial enthält dieselben Bestandtheile, mit Ausnahme 
von Arsen und Antimon, welche darin auch nicht in Spuren aufzufinden waren. 
B ergaben sich folgende Prncentzusammensetzungen der drei Legirungen: 
A B Flickmaterial 
60'551 . . 70-79 .. . - 
  
 
15-68 . 14-25 
ro'88 . 4-90 
1-16 . 3-21 
Spur . 0-79 . 
0-91 . 0-30 . 
W38 . o-tz 
m3 . 1-26 . 
1-37 . 2-10 . 
1'415 . o- 4 
2-92 . . o-gg 
3'13  - 
99-43 9965 
Diese Zahlen werden zur Vergleichung der Zusammensetzung dieser Bronzen 
unter einander und mit anderen geeigneter, wenn man die minder wesentlichen Bestand- 
theile weglässt, die Summe der anderen gleich too setzt und den Prozentgehalt an den 
wichtigeren Metallen und an Schwefel neuerdings berechnet. Auf diese Weise erhält man 
folgende Verhältnisse: 
  
c A B Flickmaterial 
u .. 66-97........73'4o. ...7t- 
Pb . - . .. t4-77 . . 18- 7 
Sn . - . . . 5-00 . . T20 
5b 3-33 . - 
As . o-Sz . . - 
Fe 0-31 . 0-89 
S 1-28 1-56 
loo'oo ioo-oo 1oo'oo. 
Das Flicltmaterial war an der Trommel B durch sehr roh gearbeitete, unfdrm- 
liche, eiserne Nieten befestigt; außerdem fanden sich kleine Stücke eines Lothmetalles 
vor. ln dem Eisen, aus welchem die Nieten bestanden, wurde der Kohlenstoff nach der 
Methode von W. Weyl durch Auflösen einer Probe in verdünnter Salzsäure unter An- 
wendung des elektrischen Stromes und Verbrennung des abgeschiedenen Kohlenstoües 
bestimmt. Die Analyse ergab: 
  
 
Eisen . . . . . . . . . 97-43 
Knhlenstoß" . . . . . z-no 
Schwefel 
Phosphor}  Spur 
99-63.
	        

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