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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XX (1885 / 237)

Castagno, Domenico Veneziano und L. B. Alberti; ferner zu Peruzzi, Leonardo und

Anderen. Daraus ergab sich, dass alle grundlegenden Ideen zu seiner Zeit bereits vorlagen

 oder spruchreif geworden waren, dass aber Pier mit Bestimmtheit als der Hauptmeister

 seiner Zeit zu erkennen ist, wie ihn auch die spatere Zeit noch als solchen

traditionell nennt, und erscheint es daher gerechtfertigt, in der Entwickelung der ganzen

Borentinischen Schule gerade diesem Meister einen der ersten Plätze einzuräumen. Selbst

die größten späteren Meister nicht ausgenommen, hat gerade Pier della Francesca so

Großes zum Fortschritte in der Kunst beigetragen, als vielleicht überhaupt einem

Einzelnen möglich ist, und wenn Michelangelo als der Vollender der liorcntinischen

Schule gefeiert werde, so konnte dieser sein großer Vorfahre als deren Begründer bezeichnet

 werden.

er

Am 8. Janner d. J. sprach Prof. Richard Englander über Motoren für das

Kleingewerbe. In einer kurzen Einleitung besprach der Vortragende die Verhältnisse

der Großindustrie, deren Privilegium die Verwendung motorischer Betriebskraft bislange

gewesen, und welche sich unter deren Einfluss machtig entfaltete.

Hiefür gebe die riesige Verbreitung der Dampfkraft auf der Erde Zeugniss, welche

man mit 70-80 Millionen Pferdestärken beziffern kann, zu deren Ersatz durch Handkraft

 die Gesammtbevolltcrung der Erde nöthig ware.

Mehr als 10 Millionen Gulden gehen täglich in Rauch auf, um den nothigen

Dampf zu praduciren, zu dessen Erzeugung das Wasser von zoo Hochquellenleitungen

nicht ausreichen würde.

Handel und Verkehr hat durch Entwickelung des Eisenbahnnetzes - dessen Gesamrntlange

 400.000 Kilometer betragt - in wenigen Decennien ganz ungeahnte Fortschritte

gemacht, welche sich durch die Thatsachen charakterisiren lassen, dass die Schnelligkeit

des Transportes fast auf den zehnten Theil der Zeit gesunken ist, während die Kosten

kaum den fünften Theil betragen, von den Mengen gar nicht zu reden.

Englands industrielle Thatigkeit, welche allen Ländern voranstehe, finde ihren

Ausdruck in den 9 Millionen Pferdestärken, welche die Industrie daselbst beschäftigt,

gegenüber 4 Millionen Pferdestärken Deutschlands und kaum 1'], Millionen Pferdestärken

Oesterreich-Ungarns. Der Vortragende schildert nun die großen Umwalzungen, welche

die Dampfltraft im Arbeits- und Fabrikawesen hervorgerufen, welche große Productionsstatten

 und lndustriecentren, begünstigt durch den Reichthum an Naturproducten, an

einzelnen Orten entstanden, bei deren Entwicklung das Grundprincip der heutigen Großindustrie

 maßgebend war, welches sich zusammenfassen lasst in Thellung der Arbeit,

Ersatz der Handarbeit durch die Hilfsmaschine, Erreichung größerer Erzeugungsgeschwindiglteit

 und die naturgemaß daraus resultirende Massenproduction.

Durch alle diese Umstände wurde der kleine Gewerbsmann weit überiiügelt und

wird nie mehr mit der Großindustrie concurriren, sondern an der Erzeugung nur mehr

als Hilfskraft participiren können.

Was unser Kleingewerbe lange nicht verstanden, sehen wir seit Jahren im Kunstgewerbe

 sich vollziehen, welches einzelne Artikel ergriff, die größere Vollendungsarbeiten

erheischen und der Großindustrie unzugänglich bleiben.

Auf diesen Weg werde auch das Kleingewerbe unaufhaltsam gedrängt und

gezwungen. die zünftige Handarbeit zu verlassen, um sich den maßgebenden Arbeitsformen

 der Großindustrie zu nahern und sich deren Hilfsmittel zu bedienen.

Die Verwendung elementarer Betriebskrafte tritt hiedurch in den Vordergrund,

und die thatsachlich gelungene Her tellung von verwendbaren Motoren für das Kleingewerbe

 macht es demselben moglic , sich der Hilfsmaschinen zu bedienen.

Nach einer Aufzählung der verschiedenen Arten und Systeme der Kleinmotoren

und deren Vor- und Nachtheile gelangt der Vortragende zu dem Hinweis, dass die

Dampfmotoren durch unsere Baugesetze lange Zeit für den Kleinbetrieb unzuganglich

blieben und diesen erst durch die neue Bauordnung (17. Janner 1883) ein weites Feld

der Entwickelung geboten wurde, das sie unbestritten behaupten werden, sobald die

geltenden neuen Bestimmungen hinreichend berücksichtigt werden.

Leider müsse bemerkt werden, dass selbst von Seite mancher Erzeuger solcher

Dampfmotoren für das Kleingewerbe jenen Bestimmungen nicht genügend Rechnung

getragen werde, wodurch später haufig Unzultömmlichkeiten für den Benützer entstehen;

ferner mache sich nicht zum Vortheile dieser Motoren die ganz verfehlte Praxis geltend,

dieselben mit zu kleinen Dampferzeugern auszustatten, und auf Kosten der Einfachheit

ganz cornplicirte Neuerungen einzuführen, wodurch der dauernde Betrieb dieser Motoren,

bei der gleichzeitig angepriesenen Unnothwendiglteit der Wartung sehr in Frage steht.

Nach Mittheilung einer Reihe von werthvollen, der Praxis entnommenen Daten über

Aufstellung von Kleinmotoren, deren AnschaiTungs- und Erhaltungskosten, weist der Vor-
            
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