MAK

Full text: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XX (1885 / 237)

des Museums; - zwei prähistorische Bronzebeile, gefunden bei Hochosterwitz, Geschenk 
des Grafen Aldig von Khevenhüller in Graz; - Medaillen auf die Geburt der Erz- 
herzogin Elisabeth und den Tod der Kaiserin Maria Anna, Geschenk des Verfertigers 
J. Würbel, Lehrer an der Goldschmiedeschule in Prag; - Cnllection von Porzellan- 
und Fayencemalereien, Arbeiten des Porzellanmalers Franz Kadlec; v Gebetbuch für 
den Tempel im VI. Bezirk, Schrift und Zeichnung auf Pergament, entworfen und aus- 
geführt von Architekt Fleischer, Einband in'Silber von August Klein; - Elfenbein- 
relief mit Bernsteinumrahmung. 18. Jahrhundert. Eigenthum des Herrn Johann Jan ura; - 
DDCF Schnitten, Statuette in Messingbronze, von Prof. Kühne; - lntarsiatafel mit dem 
Haupte des Apostels Paulus, italienische Arbeit um tSoo ; - emaillirtes Schreibzeug, süd- 
russische Arbeit, 16.-17. Jahrh , Eigenthum des Museums; - Sammlung älterer spa- 
nischer Filetarbeiten, 40 Stück, Eigenthurn des Herrn F. Krnuth in Frankfurt a. M.; 
- Ehrenmitglieds-Diplom vom Club der industriellen für Wohnungseinrichtung für 
Se. Excellenz Grafen Edmund Ziehy, ausgestellt im Saal Vll. 
In der permanenten Ausstellung des Wiener Kunstgewerbeverei nes 
neu ausgestellt: Collection geschmiedeten Gerathes in Kupfer und Eisen von V. G i l l ar; 
- desgleichen von Toman; -- Salonmobel von Trinkl; - Collection von Glasgemalden 
der Filiale der Tiroler Glasmalereianstalt in Wien; -- Vereinsfahne des Mannergesang- 
vereines nWiener Liedertafelu, entworfen und gezeichnet von E. G old nagel, in Gold- 
stickerei ausgeführt von J. M a r s eh n e r (obere Arkaden). 
(Besuch des Museums.) Die Sammlungen des Museums wurden im Monate 
Mai von 9955, die Bibliothek von ttgö Personen besucht. 
(Mnrmorreliefa aus dem Palazzo G-rimani.) Die Sammlungen des Allerhochsten 
Kaiserhauses sind in den Besitz eines Kunstschatzes gelangt, der zu den schönsten Stücken 
zählt, die Wien besitzt. Es sind dies zwei Marmorreliefs, die sich ehemals in Palazzo Gri- 
mani' bei Santa Maria Formosa in Venedig befanden und von den Wenigen, welche sie 
zu Gesichte bekamen. für Arbeiten der Renaissancezeit gehalten wurden. Thatsächlich 
stammen aber die Reliefs aus bester hellenischer Zeit wie einige wenige ähnliche 
Arbeiten, die sich in Rom im Palazzo Spada, in der Villa Ludovici und im Capitol 
befinden. Nicht auf gerader Flache, sondern ein wenig nach innen gebogen, fallen die 
beiden Hochreliefs, welche ungefähr drei Fuß hoch und drei Fuß breit sind, durch eine 
selten schone malerische Behandlung des Stoffes auf; dabei sind die unbedeutendaten 
Details des Beiwerkes mit entzückender Delicatesse und Feinheit behandelt. Das eine 
Relief zeigt im Vordergrunde ein Mutterschaf, zu dem sich ein junges herandrängt, um 
zu saugen. Hiebei ist der am Boden stehende Milchtopf umgestoßen worden, dessen 
Oelfnung der Künstler nun als Brunnenüifnung benützt. Rechts oben steht eine Hütte, 
die soeben der treue Haushund verlässt, und links erhebt sich ein alter lmorriger Eichen- 
stamtn, an dessen dürren Ast der Schäfer ein kleines Bündel hing, während die Blätter 
eines grünen Zweiges nach oben das reizende Genrebild umrahmen. Als Pendant zeigt 
das zweite Stück eine saugende Ldwin mit zwei Jungen. Diese Gruppe befindet sich in 
einer Felsgrotte, deren Oelfnungsrander sie gewissermaßen umrahmen. Echt malerisch 
lasst der Künstler ein einsames Püänzlein aus einer Felsenspalte hervorsprießen, während 
eine Plutane den Hintergrund bildet. Rechts oben befindet sich ein baechisches Votiv, 
Thyrsusstab und Fackel. Die beiden Reliefs sind provisorisch im Vasensaale des Antiken- 
cabinets zur Besichtigung aufgestellt. 
(Votlvkirche) In der Votivkirche kam kürzlich der im Jahre t879 aus der 
Ambraser Sammlung überlassene, aus Pfälzl bei Trier stammende gothische Holzaltar, 
welcher bisher im Pfarrhofe depouirt war, in einer Seitennische zur provisorischen 
Aufstellung. ' 
(Mährisohn Thonfabrioate aus dem 17. und. 18. Jahrhunderte.) Die Direction 
des tnährisehen Gewerbemuseums hat ihre Collection mahriscben Tüpfergeschirres 
(Fayencen, Maioliken) ausgestellt. Die nach Fabricationsort (Provcnienz), Material und 
Decoration zusammengehorigen Stücke wurden gruppirt, und haben sich biebei inter- 
essante Momente ergeben; so erscheinen bisher schon zwölf verschiedene Gruppen 
mahrischer Fabricate, worunter insbesondere eine bisher unbekannte Fabrik durch 35 
zumeist datirte Exemplare vertreten ist, wodurch sich die ganze Entwicklungsperiode 
derselben von 1634 bis 1805, also durch fast zoo Jahre, verfolgen lässt; eine andere 
mährische Fabrik ist durch I6 Objecte, welche vier verschiedenen Decorationen ange- 
hüren, reprüsentitt. Durch eine große Zahl von Fayencen erscheinen die Holitscher, 
Bystritzer und Frainer Fabrik vertreten. Interessant sind eine Partie blau emaillirter 
Töpfe aus dem 17. Jahrhunderte und eine Reihe ähnlicher, aber aus einer anderen Fabrik 
stammender Schüsseln etc. etc. Sehr reich sind die Steingntfabricate Ftuins vertreten, 
auch Nachahmungen des Alt-Wiener und Meißuer Porzellans im chinesischen Genre 
liegen aus! Krawska vor.
	        

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