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Full text: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XX (1885 / 237)

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Lnsteriiiesen, von denen hier mehrere datirte Exemplare vorhanden sind. So Mr. Dillons 
Gebetnische, datirt vom Jahre 668 der Hedgire (1269), eine älmliChC, Mr. Higgings 
gehörige, datirt von m90 und die älteste Fliese der Ausstellung vom letzten Monate des 
Jahres 6x4 (1217). Halt man diese Datirungen mit der von Mr- Wlllli Slßfnformlße" 
Fliesen mit Goldreßex vom Jahre 126a zusammen, so durfte sich die Frage, ob die 
sternförrnigen oder die blauen metallisch glänzenden Fliesen alter sind, dahin lösen, dass 
beide Style nebeneinander herliefen, der letztere aber langer in Uebung war als der 
erstere. An diese interessante Ausstellung von Tbpfereien schließen sich kleinere Collec- 
tionen von Metallwaaren und Teppichwebereien. Die Metalltechnilt ist hauptsächlich durch 
Producte neueren Datums vertreten, wahrend die alten Werkstätten von Mesopotamien, 
besonders von Mosul, gänzlich fehlen. Dagegen sind die von den Wlnden herabhangenden 
Teppiche eine wahre Augenweide. S0 besonders ein turkmergischer Teppich des Sir 
Hickinan Bicon in einer prächtigen Zusammenstellung von Tiefblau und Purpur und 
Mr. Saltings persischer Seidenteppich mit einem zarten, vielfarbigen Muster auf licht- 
goldbraunem Grunde. 
(Fülsohß! Illißßl Emndl.) Für Kunstliebhaber und Antiquitaten-Sammler mag 
folgende, dieser Tage aus Paris an ein Amsterdamer Blatt gerichtete Mittheilung nicht ohne 
Interesse sein. die sie bei etwaigen Einkaufen zu doppelter Vorsicht mahnt. Der Ernail- 
fabrikant So ez in Paris hat nämlich der Enquäte-Commission merkwürdige Enthüllungen 
über naltes mail- gemacht. nEs wird bei rnir täglich bestellt-i. sagte er aus, uund ich 
mache es unter der Bedingung, dass ich darauf angebe, nach welchem Originale die 
darauf stehende Zeichnung cnpirt ist. Aber dies will man nicht. Solche Stücke werden 
nach Amsterdam geschickt, von da gehen sie wieder nach Frankreich, wo sie auf Vers 
Steigerungen manchmal sehr hohe Preise erzielen. Man brachte mir einmal ein solches 
Stück zur Reparatur; dasselbe stellte die Ermordung des Herzogs von Guise vor. nKünnen 
Sie das Stück reparirenic fragte man mich. Gewiss, erwiderte ich, ich werde es ebenso 
herstellen, wie ich es ursprünglich selbst gemacht habe. vSie? und ich habe es für 
ioooo Frcs. gekauft, es war ganz schwarz und schmutzig, und Sie glauben nicht, welche 
Mühe es mich gekostet hat, dasselbe reinzuputzem- Gewiss, das kenne ich, aber ich will 
Sie die Zeichnung, nach der ich es früher selbst gemacht habe, sehen lassen. lch kenne 
in Amsterdam einen Sammler, der vielleicht für zwei Millionen Frcs. Werth an alten 
Schnupftabakdosen und Emails von Limoges, von Leonard Limousin und von Pierre 
Reymond hat. Er hat für einen Teller des Letzteren, um ein Dutzend voll z'u machen, 
3000 Frcs. bezahlt, und denselben Teller, auf dem überdies der Name meiner Firma 
steht, habe ich gemacht und fur 15a Fres. verkauft.- 
Verlag von Paul Bette in Berlin. 
'iim"i];.IL..;i;;.,fimmi 
Ornamente im Stile des Barock. 
(io Blatt Fol. (über 40a Motive) in Mappe. 
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Selbslverhg des k. k. Oeslerr. Museums für Kunst und Industrie. 
Bibhdrutlßml von ("ul Ben-Alf: Sohn In Wlln.
	        

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