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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XX (1885 / 238)

Arbeiten, von Schülerinnen der Fachschule für Keramik

an der k. k. Kunstgewerbeschule.

Die gegenwärtig stattfindende und vor wenigen Tagen eröffnete

internationale Ausstellung von Arbeiten aus edlen Metallen und Legirungen

zu Nürnberg ließ einige wohlbegabte und vorgeschrittene Schülerinnen

meiner Abtheilung an der k. k. Kunstgewerbeschule die Gelegenheit

ergreifen eine kleine Anzahl von Proben ihrer praktischen Thätigkeit dem

Publicum vor Augen zu führen.

Während des laufenden Schuljahres schaßten sie wacker und war

mit Hinzunahme einiger schon früher ausgeführten und in Privatbesitz

befindlichen Objecte zu rechter Zeit so viel hergestellt, um eine Vitrine

zu füllen und durch eine hinreichende Anzahl von Beispielen die Zweige

einer kunstgewerblichen Werkweise zu zeigen, welche erst kurze Zeit an

der Abtheilung für Keramik gelehrt und praktisch ausgeübt wurde.

Die in Rede stehenden Gegenstände sind Emaillen auf Kupfer, in

verschiedener Weise mit Malerei verziert, zumeist in der Art der Emaillen

von Lirnoges. Gerne hätte ich die kleine Collection dem Publicum durch

einige Tage zeigen wollen, entweder noch bevor sie ihrer Bestimmung

zuging oder erst im Spätherbst, etwa bei Gelegenheit einer zu veranstaltenden

 Ausstellung von Zöglingsarbeiten der k. k. Kunstgewerbeschule,

 doch drängte schon" die Zeit, die Arbeiten abzuschicken, und da es

von vorneherein nichts weniger als sicher erscheinen kann, dass die

Mehrzahl der Stücke bis zum Herbst noch verfügbar sein wird, ist die

lnaussichtnahme eines späteren Termins ihrer Vorführung so gut wie

ausgeschlossen.

So musste ich mich begnügen, die Gegenstände für wenige Stunden

in das Oesterr. Museum zu bringen und sie dort einer beschränkten

Anzahl von Personen zur Besichtigung zugänglich zu machen. Die

Arbeiten als solche an dieser Stelle einer Kritik zu unterziehen, kann

selbstverständlich meiner Person in keiner Weise zustehen, wohl aber ist

es mir zu erwähnen gestattet, dass Berufene ersten Ranges es an ehrenden

Beifall nicht fehlen ließen. So konnte denn die fröhlich geschaffene

Collectivausstellung schon unter günstigen Auspicien ihrer Bestimmung

entgegengehen.

Wenn nun die ausgestellten Objecte als sichtbare Proben erreichter

Kunstfertigkeit ihren Zweck zu erfüllen haben, so mögen hier in Kurzem

jene Principien klargelegt sein, welche mich bei der Feststellung des

Unterrichtsprogramrnes für den weiblichen Theil meiner Zöglinge leiten

mussten.

Bei der Wahl der Kenntnisse und Fähigkeiten, deren Summe das

Endziel des Unterrichtes meiner Schülerinnen bilden soll, faßte ich die

Nothwendigkeit in's Auge, solche Arbeiten vornehmen zu lassen, welche

zur selbständigen Herstellung an sich fertiger Objecte
            
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