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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XX (1885 / 238)

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Bibliomanen angehörte, die Bezeichnung nillustrirtes Exemplaru verstanden

haben würde, und dass vor ungefähr vierzig Jahren die verschollenen

Wörter in Aufnahme gekommen sind, in einem eng begrenzten Sinne.

Das geschah durch die Engländer, die einerseits eine größere Anhänglichkeit

 an Fachausdrücke philologischer Studien bewähren, andererseits

besonders kühn sind in Abkürzungen und Auslassungen. 1842 fing

nämlich die weltbekannte Zeitschrift wThe illustrated London Newsu zu

erscheinen an: illustrirte Londoner Nachrichten; gedacht war dabei nicht

an Erläuterung durch Anmerkungen, an Commentare, sondern an Abbildungen,

 und zwar an Abbildungen im Texte selbst. Frankreich

schloss sich an mit vljlllustrationu, Deutschland t843 mit der Leipziger

wlllustrirten Zeitungu, welche den alt-neuenAusdruck bei uns einbürgerte.

 Neu war der Name, das Format, der Reichthum an Bildern; die

Sache, Zeitschriften mit Holzschnitten, hatte denselben Weg schon ein

Jahrzehnt früher zurückgelegt, als England gegenüber den theuren Tagesblättern

 und Reviews eine für breitere Lesermassen berechnete periodische

 Literatur in's Leben rief, deren populär-wissenschaftlicher Inhalt

durch Abbildungen unterstützt und deren Wohlfeilheit gleich im Titel

ausgedrückt wurde: die nPenny Magazinen. Frankreich ahmte diese

zunächst in dem wMagasin Jaittoresqueu nach, und der junge Buchhändler

J. J. Weber aus Basel, damals in dem Pariser Geschäfte Bossange,

veranlasste seinen höchst unternehmenden Chef, der bereits Niederlassungen

 in den meisten Hauptstädten. Europa's, auch Amerikas, besaß,

in Leipzig eine Filiale zu gründen behufs der Herausgabe eines deutschen

wPfennig-Magazinsu, dem bald Concurrenz-Unternehmungen folgten. Es

ist bekannt, dass derselbe Buchhändler Weber die wlllustrirte Zeitungu

gegründet und sich auch außerdem um die Pflege des Holzschnittes und

des lllustrationswesens vielfältige Verdienste erworben hat.

Wenn wir des vor fünf Jahren gestorbenen Weber gedenken,

welcher mit nicht ermattender Zähigkeit und Opferwilligkeit sein Unternehmen

 unter oft recht schwierigen Verhältnissen über Wasser erhielt,

so ist es billig, auch einige andere Namen zu nennen: aus der Nähe

Rudolf von Waldheim, welcher vor dreißig Jahren das erste, künstlerische

 Ziele verfolgende, xylographische Institut in Oesterreich in's

Leben rief und in seinem Verlage illustrirte Zeitschriften höherer Art

erscheinen ließ; in der Ferne Charles Knight, dessen Name der heutigen

 Generation eher geläufig ist wegen seiner Ausgabe von Shakespeare

und Shakespeare-Studien, als wegen der periodischen Unternehmungen,

welche eine wahre Umwälzung in der Journalistik hervorgerufen haben.

Charles Knight war Buchhändler in London. Zu seiner Zeit befand sich

die englische Presse in einem ganz eigenthümlichen Zustande. Der Zeitungsatempel

 war von einem halben und einem Penny allmälig auf vier

Pence (nach heutigem Curse etwa zwanzig Kreuzer) gestiegen; rechnet

man nach Abzug der Sonn- und Feiertage dreihundert Blätter im Jahre,
            
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