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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XX (1885 / 242)

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namlich die Glasindustrieschule von Haida, die keramische Schule von Teplitz, die Holzindustrieschule

 von Grulich, die Kunstschlossereischule von Königgrätz, die Quincaillerieschule

 von Gablnnz und die Vlebeschule von Warnsdorf.

(K. k. Faoheohule 10.! Holzindustrie in Hßllein.) Aus dem vom Fachschulleiter

 Julius Springer über das abgelaufene Schuljahr erstatteten Berichte geht

hervor, dass die Schule in allen vier Jahrgängen zusammengenommen von i3 Tagesschülern,

 4 außerordentlichen Schülern, 3 Hilfsarbeitern, I8 Zeichenschülern und a6

Schülern der J-"nrtbildungsschule frequentirt war. Den Schülern des vierten Jahrganges

war mehrfache Gelegenheit geboten, ihre Befähigung praktisch zu erproben, die Lehrmittelsaniuilung

 wurde um werthvolle Beiträge vermehrt, die Beziehungen zur localen

Industrie wurden durch die Kunst- und Gewerbe-Ausstellung in Salzburg gefordert.

(K. k. Faohaohnle für Holzindustrie in Bozen.) An dieser im September 1884

eröllneten Fachschule wirken unter der Leitung des Architekten Leopold Theyer zwei

Fachlehrer und ein Werkmeister und lautet der jüngst veröffentlichte Jahresbericht über

das abgelaufene Schuljahr nach jeder Richtung sehr günstig. Die Schule war von rund

30 Schülern besucht, von welchen i5 als Tischler und 13 als Schnitzer Ausbildung

genossen. In dem offenen Zeichen- und Modellirsaal waren i5 Zeichner und ein Bildhauer

 eingeschrieben.

(Alte Wandmalereien.) Wir haben kürzlich berichtet, dass in Braunau am Inn

in dem Hause eines Privaten interessante Fresken aus dem 17. Jahrhunderte entdeckt

wurden. Daselbst wurde nun wieder in einem anderen Hause unter den Tapeten ein

solcher Schmuck entdeckt. Es sind große patrnnirte Ornamente, die durch ein grau in

Grau gemaltes Gesims ihren Abschluss nach oben erhalten. Die andere Flache der

Wand ist durch schone, reich mit Genien und Ornamenten verzierte Medaillons ausgefüllt,

 "welche meist Oelgemälde religiösen Genres enthalten. Die malerische Wirkung

und gefällige Cnmposition sammtlicher bis jetzt an die Oetfenllichkeit gebrachten Gemalde

 zeugen von bedeutendem künstlerischen Geschmacke.

(St. Scheiden-Kirche In Nürnberg.) Die berühmte St. SebaldusaKirche in

Nürnberg droht, wie verlautet, derart zu verfallen, dass sie nur noch durch einen

Wiederherstellungsliau, dessen Kosten auf etwa 800.000 Mark geschätzt sind, gerettet

werden kann. Zur Aufbringung dieser Summe hat sich in Nürnberg ein Verein gebildet,

der um die Genehmigung zu einer Lotterie nachzusuchen und das Interesse weitester

Kreise für das schone Denkmal mittelalterlicher Kunst wachzurufen gedenkt.

(Gongresa zum Schutze des literarischen und künstlerischen Eigenthuma.)

Ueber die Arbeiten dieses kürzlich in Bern versammelt gewesenen Congresses macht der

IBundc folgende Mittheilungen: i-Dieser Congress, welcher am 7. v. M. in der schweizerischen

 Bundesstadt zusammengetreten ist, hat seine schwierige Arbeit vollendet und

den Entwurf zu einer internationalen Uebereinkunft mit Schlussprotokoll unterzeichnet.

In der Uebereinkunft werden den Autoren literarischer und künstlerischer Werke aller

Art in sammtlichen Staaten, welche derselben beitreten, der gleiche Schutz und die

gleichen Rechte zugesichert, welche die eigenen Landesangehörigen genießen. Indessen

sind dabei die Formalitaten zu erfüllen, welche im Ursprungsland: des Werkes zu jenem

Zwecke vorgeschrieben sind. Das Uebersetzungsrecht wird dem Autor oder seinem

Rechtsnachfolger auf die Dauer von zehn Jahren, vom Tage der Publication an gerechnet,

zugesichert. Es wird ein internationales Bureau creirt und dem schweizerischen Bundesrathe

 unterstellt. Convention und Protokoll werden sammtlichen civilisirten Staaten vom

schweizerischen Bundesrathe zur Genehmigung mirgetheilt. Die Ratificatinnsurkunden

sollen binnen Jahresfrist ausgewechselt werden, und drei Monate nachher tritt die Convention

 in Kraft und Wirksamkeit.-(Antlkenfunct)

 Bei den Arbeiten für die neue Brücke an der Regola bei Rom

ist eine Statue in korinthischem Erze zu Tage gefordert worden. Man nimmt an, dass

es sich um einen jungen Bacchus handelt, worauf das mit Epheu bekranzte Haupt der

Statue schließen lasst. Die Augen der Statue sind eigenthümlicher Weise aus Silber gefertigt.

 Dieselbe sull von gutem Styl und schöner Arbeit sein.

(Alterthumskande) Die archäologische Gesellschaft in Athen wird die Ausgrabungen

 in _Olympia_ wieder aufnehmen. Obwohl die Resultate als Nachlese der

deutschen Arbeiten wenig versprechend sind, will die Gesellschaft doch das ganze Gebiet

des ursprünglichen Bodens herstellen. Das von Karapanos gegründete Museum ist

bereits unter Dach und wird in Kurzem zur Aufnahme der Funde bereit sein.

Selbnlverlng du k. k. Oesterr. Museums ü: Kunst und lnduuric.

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