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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XX (1885 / 242)

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gefäßen heran, und da es nicht mehr gelang, diese aus einem Stücke

herzustellen, wurden die verschiedenen Theile mit Bronzereifen verbunden,

 Bronzehenkel angesetzt, Füße und Deckel mit Bronze montirt.

Zu diesem Zwecke erhielt und hielt die Sevres-Fabrik eine eigene Bronzegießerei.



Auf diesem völlig verkehrten Wege befand sich Sevres auf der Ausstellung

 von 1867. Die Verirrung abseits von den Eigenschaften des

Materiales und den besonderen Zielen seiner Fabrication konnte nicht

größer sein. Freilich vom Standpunkte der Kunst der Malerei gab es

genug zu bewundern; die berühmtesten Maler, Künstler außerhalb der

Fabrik, waren herangezogen; demnach waren natürlich auch die Preise

in enormer Höhe gehalten, denn das Bild wurde gezahlt, nicht das Gefäß.

Das Verdienst war ganz das der Künstler, nicht aber der Fabrik. Prüfte

man die eigenen Leistungen der Fabrik, so gab es weniger zu bewundern

als zu tadeln. Die Formen waren reizlos, die Rundungen oft windshhief

geworden, die Theile passten nicht genau aufeinander, die Deckel klapperten;

 überall hatte Bronze diese Fehler bessern und verdecken müssen.

Kurzum, die damals noch so viel bewunderte Fabrik bestand in keiner

Weise vor einem prüfenden und kritischen Blicke.

Dieser Zustand entging. so wenig er uns entgangen, auch nicht den

Augen französischer Kunstkenner und Kunstfreunde. Es wurde daher

alsbald im Anfange der republikanischen Zeit eine Untersuchungscorumission

 über die Sevres-Fabrik niedergesetzt, deren von Charles Blanc

verfasstes Referat Punkt für Punkt die Fehler aufzählt, welche schon die

Ausstellung von 1867 hatte erkennen lassen. Die Commission machte

den Vorschlag, nicht nur die Fabrik in eine Lehr- und Hilfsanstalt für

die gesammte Porzellan-Fabrication Frankreichs zu verwandeln, sondern

auch ihre ganze künstlerische Richtung zu ändern, ihre hohe Kunst in

Kunstindustrie, ihre malerische Art in die decorative umzuwandeln.

Das ist nun geschehen. Schon die Ausstellung von 1878 deutete

diesen Weg an, doch nicht mit so völliger Klarheit und Bestimmtheit,

wie wir es heute sehen. Es gab noch viel schwere Formen und schwere

Malerei; überhaupt zeigte sich der Charakter des Ueberganges und wenig

wirkliche, echte Schönheit. Auch das Geschenk von zwölf Gefäßen

neuester Fabrication, welches die französische Regierung im vorigen Jahre

an das Oesterr. Museum machte, ließ die Ziele nicht mit völliger Sicherheit

erkennen. Diese Vasen, über deren technische Neuerungen Dr. Linke

im Wiener Kunstgewerbevereine einen interessanten Vortrag hielt, waren

allerdings rein decorativer Art, aber das Hauptgewicht schien auf die

Wiedergewinnung altchinesischer Farbentöne gelegt. Die Formen und

namentlich die ornaruentale Verzierung ließen viel zu wünschen übrig.

Das reine, stylvoll gezeichnete Ornament ist auch heute noch die

schwache Seite der Sevres-Arbeilen. Die französische Künstlerbund bewegt

sich leichter und gefälliger in naturalistischen Motiven als im regelmäßigen,
            
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