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Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe I (1886 / 7)

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Wien. Wiener-Neusladt.

- Falke, J. v. Eine Ausstellung für kirclu- - Boehci m, W. Die Gründung und bauliche

 Kunst. (Wiener Ztg., 125.) liche Entwickelung von Wiener-Neustadt.

- Folnesics, J. Nationale Hausindustrie. Vortrag. (Mitth. des Vereines zur Erhaltg.

Ausstellung im Oesterr. Museum. (Allgem. d. Kunst-Denkmäler in Wn-Neustadt, I.)

Kunslchronik, zu.) gr. 3". (17 S.) Wien, Hölder.

Notizen.

(Ausstellungen) Der Verein zur Förderung der Wissenschaften

und des Kunstgewerbes in Frankreich beabsichtigt vom 2.1.. Juli l. J. ab

im Palais de l'Industrie in Paris eine internationale Ausstellung zu

veranstalten, welche vier Monate dauern soll, und zumlflrlauptzsvecke die

Darstellung der Entwickelung des Unterrichtswesens im Allgemeinen und

des gewerblichen Unterrichtswesens im Besonderen hat.

- In Limoges findet gegenwärtig eine Ausstellung von mittelalterlichen

 Etnailrnalereien und Goldschtniedarbeiten statt. Es ist gelungen

mehr als 600 limusiner Emailen zusammenzubringen, von denen freilich

ein nicht geringer Theil der Periode des Verfalles dieses Kunstztveiges

angehört, während die Goldschmiedarbeiten fast durchgängig als Kunstwerke

 im vollen Sinne des Wortes bezeichnet werden.

(Josef Edler von Schelger 1-.) Am 6. Mai ist in Graz eine dortselbst allgemein

beliebte und verehrte Persönlichkeit, der juh. Postdirector Josef Edler von Scheiger

im 85. Lebensjahre verschieden. Der Verstorbene war einer der Ersten im vormarzlichen

Oesterreich, der die Aufmerksamkeit des Publicums auf die Schönheit und Bedeutung

der alten Kunstdenkmale im Lande richtete. Durch seine tiefe Kenntniss des historischen

WaEenwesens, seine Verdienste um die geschichtliche Topographie ist er den ersten

Archäologen Oesterreichs und Deutschlands beizuzahlen. Scheiger, dem die Archäologie

so manchen Fund verdankt, ist auch der Entdecker des Daniel Suttingefschen Planes

der Stadt Wien. ltn Nachmärz war der Verstorbene an allen auf die Pflege der Kunst

und der Geschichte, namentlich in Steiermark, gerichteten Bestrebungen eifrig und mit

vielem Erfolge thatig. So hatte er sich als Conservator der k. k. Control-Commission

für Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale für Steiermark und unter vielen Anderem

 als Mitgründer des steirischen Gewerbe- und des Kunstgewerbe-Vereines ein

großes Verdienst erworben. Scheiger hat durch viele Jahre mittelbar die Bestrebungen

des Oesterr. Museums für Kunst und Industrie in dem Lande seines Wirkungsltreises so

wesentlich unterstützt, dass es gerechtfertigt erscheint, seines Ablebens mit dem Ausdrucke

 tiefer Theilnahme und der Anerkennung seiner großen Verdienste zu gedenken.

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(Europäische imitirte Sarongs in Indien.) Unter den textilen

Erzeugnissen von mustergiltigem Werthe, welche den Sammlungen des

Oesterr. Museums angehören, ist eine größere Anzahl echter Sarongs,

jener nach ganz speciftscher Methode aus freier Hand polychrom verzierten

 Cattune, welche von den Malayen als Kleidungsstücke benützt

werden, von nicht geringem Interesse; nicht nur für den Forscher auf dem

Gebiete des Kunstgewerbes überhaupt, sondern auch für den Gewerbetreibenden,

 dem wohl auch die praktische Berücksichtigung dieser originellen

 Erzeugnisse allem Anscheine nach manch' einträgliches Absatzgebiet

erschließen dürfte. Bei dem Utnstande, dass bekannterweise in Europa

seit Langem mit Zuhilfenahme des Cattundruckes imitirte Sarongs erzeugt

wurden, welche in einigen Ländern einen nicht zu unterschätzenden Ausfuhrartikel

 bilden, liegt der Gedanke selbstverständlich nahe, ob nicht

etwa auch die österreichische Industrie bei kluger Ausnützung der in's

Auge zu fassenden Bedingungen sich durch die Erzeugung solcher Stoffe

einen vielleicht größeren Nutzen zuwenden könnte, als auf den ersten

Blick wahrscheinlich sein mag.
            
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