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Diese sich öfter aufdrängende Idee findet neue Bestärkung Angesichts
des in Nr. 5x des vConsulu veröffentlichten Berichtes über die wirthschaftliche
und commercielle Lage in Niederländisch-Indien, erstattet an
das k. k. Ministerium des Aeussern vom k. und k. Vice-Consul Zdenko
Janiczek, dem commerciellen Delegirten und Begleiter Sr. Majestät Corvette
-iSa'i'dau. Ueber die genannten Stoffe spricht sich dieser Bericht in
folgender Weise aus:
wEin Artikel, welcher nur in Hinterindien und im Archipel gebraucht
wird, sind die Sarongs und Kains, jene der malayischen Race eigenthümlichen
Kleidungsstücke, welche auch vom Europäer in Niederländischindien
wie auch in Singapore und Nord-Borneo als Hauskleid adoptirt
worden sind. Es sind dies buntgewebte oder buntbedruckte Tücher, welche
um den Unterleib und die Beine gleich einem Weiberrocke geschlagen
werden und an der Vorderseite einen breiten Streifen anderen Musters
(Capalla) als Verzierung tragennuSarongs
existiren von der verschiedensten Art und Qualität. Die
kostbarsten sind jene, welche aus freier Hand bemalt sind und ausschließlich
in Java selbst im Hause verfertigt werden."
nBuntgewebte und buntbedruckte Sarongs werden im Lande selbst
gleichfalls erzeugt; doch kommt gleiche Waare insbesondere aus der
Schweiz und Hollands
wDer Consum dieses Artikels ist geradezu colossa], doch die Fabrication
und die Muster desselben sind so eigenthümlich, dass es langjähriger
Arbeit und größter Sorgfalt bedarf, nicht nur um diese Industrie überhaupt
einzuführen, sondern auch jeder Modenuance genau nachzukommen
und sich dem fast in jeder Gegend und auf jeder Insel verschiedenen
Geschmacke anzupassen."
i-Unüberwindliche technische Schwierigkeiten für die Herstellung
bestehen durchaus nicht; ist es doch eine Industrie, welche in ausgedehntem
Maße von den Eingebornen mit primitiven Mitteln betrieben
wird, doch müsste "derjenige, welcher sich diesem Fache widmen wollfe,
nicht scheuen, einen längeren Aufenthalt im Lande zu nehmen, um die
verschiedenen Geschmacksrichtungen genau zu studiren und mit Häusern
in Verbindung zu treten, welche ihn mit deren Veränderungen stets
au courant haltennt
"Gegenwärtig ruht das Hauptgeschäft in Sarongs, sowohl gewebten
als auch bedruckten, zumeist in den Händen der außerordentlich strebsamen
Schweizer Fabriken; auch das holländische Geschäft in diesem
Artikel ist noch sehr bedeutend, während es den Engländern, welche
sonst in der Print-Branche sehr hervorragend sind, nicht recht gelingen
wollte, in demselben zu reussirenm
(Deutsche Künstler in Posen.) Einem Berichte des nPosener Tageblattesu entnehmen
wir, dass Dr. Ehrenberg in einem Vortrage über die Baugeschichte Posens
interessante Daten über den Einfluss der deutschen Kunst in jenem Theile Polens mitgetheilt
hat. Deutsche Einwanderer im 13. und 14. Jahrh. brachten die deutsche Backsteingothik
mit. 1506 wurde ein Baumeister aus dem Meißnerlande, 1536 Handwerker
aus Breslau verschrieben; die städtische Bauleitung befand sich in den Händen Hans
Schleichers. lm Dome befinden sich bronzene Grabplatten aus der Gießhntte P. Vischers.
Das prachtvolle goldene Kreuz, welches das Domcapitel durch den in Posen ansässigen
deutschen Goldschmied Andreas Anders anfertigen ließ, ist leider nebst sonstigem Goldund
Silbergeräthe verschwunden.
Für die Redaction verantwortlich: J. Folnesics und F. Ritter.
Selbstverlag des k. k. Oesterr. Museums für Kunst und Industrie.
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