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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe II (1887 / 2)

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richt von einem Architekten Mariotti. Dort lernte er Gran kennen , und

dieser, der ihn sehr lieb gewann, nahm ihn im Jahre 1720, als er von

Venedig nach Wien zurückging, mit. Hier begann Gran nun, wie erwähnt,

seine Thätigkeit im Palais Schwarzenberg. Die Arbeiten, welche eine

große Anzahl von Künstlern und Kunsthandwerkern durchzuführen hatte,

wurden im Auftrage des Fürsten durch einen Mann geleitet, den wir

eigentlich als den Oberbereiter des Fürsten kennen. Es könnte sonderbar

scheinen, dass einem Manne dieses Metiers die Leitung der Kunstunternehmungen

 übertragen war, aber wie dem sein möge, Mayer - so war

sein Name - hat sich des Vertrauens seines Fürsten durchaus würdig

erwiesen und scheint eine tüchtige Kenntniss der Dinge, die da nothwendig

 waren, gehabt zu haben. Zunächst ging man an die Decoration

des Plafonds der neuen Galerie, von der ich schon gesprochen habe;

wir besitzen eine Menge Nachrichten über die Farbenbeschatfung, über

Honorar u. dgl. m. Ich will hier all' die Details, die uns aus den Rechnungen

 entgegentreten, nicht anführen, und lieber auf die Betrachtung

des Werkes verweisen, welches in der ursprünglichen Farbenfrische sich

noch heute dem Anblicke darbietet. Der Fürst, der in seinen Briefen

und überhaupt in den Urkunden Gran meist mit dem Vornamen Daniel

nennt, scheint unserem Künstler außerordentlich geneigt gewesen zu sein.

Es wurde ihm auch gestattet, dass sein Porträt, aber nicht von seiner

Hand, sondern von einem Maler Namens Maximilian l-lännel, in dem

Quersaale angebracht wurde, wo es heute noch zu sehen ist. Eine verwandte

 Darstellung des Künstlers, um auch von seinen Porträten zu

reden, finden wir in einem später entstandenen Bildnisse, das in der

Hofbibliothek aufbewahrt wird.

Es ist kaum zu vermeiden, dass ich ein wenig katalogmäßig die

Arbeiten aufzähle, aber wenn solches auch etwas eintönig sein mag, so

ist es doch nicht unnütz, auf die Orte hinzuweisen, wo wir die Spuren

des geistreichen Pinsels unseres Meisters zu suchen haben. Die nächste

große Arbeit hat Gran im Jahre 1720 geliefert; das ist die colossale

Deckendecoration der Wallfahrtskirche auf dern Sonntagsberge. Diese

sehr malerisch gelegene Kirche am Eingange des Ybbsthales ist eine der

größten und schönsten Barock-Basiliken Oesterreichs. Sie wurde an Stelle

einer älteren, schon aus dem Mittelalter herrührenden Wallfahrtskirche

errichtet, und zwar vom Kloster Seitenstetten. Der Erbauer dieser Kirche

war Jacob Prandauer, der tüchtige Maurermeister von St. Pölten, neben

dem älteren Fischer von Erlach und einigen Anderen, wie z. B. Ferd.

Galli, Bibiena, Joh. Lucas von Hildebrand, Dinzenholfer und Donato

Felice d'Allio, ganz gewiss der bedeutendste Architekt Oesterreichs in

dieser Epoche. Außer jener herrlichen Basilika am Sonntagsberge ist der

größte Theil des Baues von St. Florian, die herrliche Kirche im Stifte

Mölk, die zierliche Kirche von Dürrenstein an der Donau und ein Theil

des Klosters von Herzogenburg seine Arbeit. Als man später an den

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