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Ausführung vermittelst der in Rede stehenden Technik verwendbar
erscheint. Zur Decoration einfacher Möbel, zur Ausstattung von Landhäusern
u. s. w. dürfte diese Verzierungsmethode wohl in Bälde Anklang
finden.
(Boanisohee Landesmuseum.) Aus Sarajevo wird der nKüln. Ztg." geschrieben:
nDSS bosnische Landesmuseum ist schon deshalb bemerkenswerth, weil es als ein Wahrzeichen
österreichisch-ungarischer Culturarbeit gelten kann. Die Gründung desselben
wurde von einem Vereine im Jahre 1884 angeregt und mit Hilfe der bosnischen Landesregierung
durchgeführt. Die archäologische und kunsthistorische Abtheilung zahlt schon
730 Nummern; am reichhaltigsten ist jedoch die Textilindustrie vertreten mit einer
Anzahl von Erzeugnissen heimischer Teppichwebereien und reizender Seiden- und Goldstickereien.
An diese reiht sich eine Fülle von Gegenständen bosnischer Stlberindustrie,
welche einige hervorragende Leistungen an Schmuckstücken, Costümdecorationen und
feineren Gebrauchsgegenständen aufweist. Auch die Kupferindustrie ist angemessen vertreten
und bietet einige eigenartig geformte orientalische Gefäße rnit reicher Decuration,
welche die in Sarajevo betriebene Kupferindustrie recht vortheilhaft beleuchten. An
Waffen besitzt das Museum einige reich mit Silberbeschlägen und Tauschirungen verzierte.
Die archäologische Abtheilung weist unter Anderem eine Anzahl seltener Münzen
aus der Zeit der bosnischen Könige von Tvrtko l. bis Stephan Tomaeevid und anderer
Balkanstaaten auf. Außerdem arbeitet man an einem Sammelwerke, welches mit der Zeit
sämmtliche im Besetzungsgebiete befindliche Inschriften vereinigen und somit der Geschichtsforscltung
der besetzten Provinzen ein gewichtiges, zum Theile noch unerforschtes
Quellenmateriale zuführen soll.:
(Deutsch-nationale Knztstgawerbe-Auaatellung zu lünoben 1888,) Das
unter der Leitung des Architekten Emanuel Seidl stehende Baubureau der deutschnationalen
Kunstgewerbe-Ausstellung zu München 1883 hat nunmehr die ihm gestellte
umfangreiche Arbeit der Herstellung sammtlicher Haupt- und Detailpläne für die Ausstellungs-Baulichkeiten
in befriedigender Weise gelost, so dass an die Vergebung der
Arbeiten auf dem Wege beschränkter Submission und nach Erledigung derselben an die
sofortige Ausführung des Baues geschritten werden kann. Da hiebei naturgemäß nur
Firmen von hervorragender Leistungsfähigkeit in Concurrenz treten, besteht bei der
ungemein gründlichen Durcharbeitung des Materiales keinerlei Zweifel, dass Alles zur
rechten Zeit fertig gestellt werden wird. Als definitiv ergeben sich nunmehr folgende
Flächenverhaltnisse: Bebaute Flache 12.608 Quadratmeter, Reservehachen und allenfallsige
Erweiterungsbauten 231.7 Quadratmeter, Promenaden und Restaurationsgarten 14.042 Quadratmeter,
für den Betrieb reservirte unüberbaute Flachen 711 Quadratmeter, zusammen
30.188 Quadratmeter. - Von den 12.608 Quadratmetern des überbauten Platzes ergeben
sich 11.991 Quadratmeter oder 95't Procent Nutzflache und 616'69 Quadratmeter oder
4'9 Procent Constructionsflache. Nur für Ausstellungszwecke stehen 8974 Quadratmeter
und 2827 Quadratmeter als Reserve, zusammen also 11.801 Quadratmeter zur Verfügung,
während, um einen Vergleich zu ziehen, der Münchener Glaspalast nur 1o.14o'4z Quadratmeter
für Ausstellungszwecke bietet. Immerhin durfte es aber für die Kunstindustriellen
Deutschlands, Deutsch-Oesterreichs und der deutschen Schweiz, welche die Ausstellung
beschicken wollen, von Wichtigkeit sein, möglichst zeitig ihren Platzbedarf an
das l)irectorium der Ausstellung bekannt zu geben, da allem Anseheine nach die Betheiligung
eine außerordentlich große werden wird und in Folge der Verhaltnisse des
in Mitte der Stadt München gelegenen Ausstellungsplatzes eine Erweiterung der Bauten
ausgeschlossen ist.
(Kunstgewerbemuseum In Berlin.) ln einem von dem Generaldirector der
königlichen Museen an den Berliner Magistrat gerichteten Schreiben wird dem letzteren
Kenntniss gegeben von der Verwendung der aus der städtischen Friedrich Wilhelm-Stiftung
zur Vermehrung der Sammlungen des Kunstgewerbemuseums irn Etatsjahre
1386187 zur Verfügung gewesenen Mittel. Aus dem Vorjahre war noch ein Restbestand
von M, 3301-84 geblieben und hiezu traten die Zinsen der Stiftung für t886[87 mit
M. 13.580. Erworben sind, utie der lMagdeb. ZtgJ geschrieben wird, für das Kunstgewerbemuseum
ein silbervergoldeter Pocal, aus dem Rathssilber der Stadt Elbing
stammend (Becher traubenformig, getragen von der Figur eines Kaisers in voller Rüstung,
Arbeit des Hans Petzold zu Nürnberg um 1570) für M. gooo und ein silbervergoldeter
Pocal, Augsburger Arbeit von höchster Kunstvollendung. für M. 10.000. Der Generaldirector
hebt ausdrücklich hervor, dass für die Auswahl der beiden Stücke von hervorragendem
künstlerischen Werthe der Gesichtspunkt maßgebend gewesen ist, dass für
eine möglichst würdige Reprüsentirung der Stiftung in den Sammlungen Sorge getragen
werden müsse.