Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe II (1887 / 10)

_Ä

erfundene Techniken für Scltmelzmalerei auf gebranntem Thon zur Verfügung,

 mit welchen er in leichterer Manier und mit geringem Brand ebensowohl

 die italienischen Majoliken wie die orientalischen Fayencen nachzuahmen

 und zu erreichen suchte. Er stellte Farben her, mit denen man

auf der Thonplatte malte wie mit Oelfarhen, ohne dass sie im Brande

hinterher Veränderungen annahmen.

Gleicherweise aber wie auf dem Gebiete der Thonwaaren war er,

seitdem die enge Verbindung mit dem Museum stattfand, auch auf dem

der Metalldecoration thätig. Der tägliche Verkehr stellte Probleme, welche

von ihm Lösung verlangten. S0 erfand er eine mit dem Pinsel aufgetragene

 und dann eingebrannte Gold- und Silbertauschirung, welche den

tauschirten Originalen zwar nicht an Solidität, wohl aber an Schönheit

täuschend gleichkam. Das Verfahren hat vielfach in der Kunstindustrie

bei Luxusgegenständen Anwendung gefunden und mit den zierlichen Arabesken

 eine gewisse Popularität erlangt. Desgleichen wusste er eine ähnliche

 Decoration für eiserne Oefen so herzustellen, dass sie vollkommene

Rothglühhitze aushielt. Ein Problem, das ihn lange, aber wohl erfolglos

beschäftigte, war der Schutz des Eisens gegen Rost, ohne dessen Farbe

und Glanz zu vernichten. Dagegen gelang es ihm mannigfach, zur farbigen

 Decoration des Eisens und anderer Metalle schöne feuerbeständige

Schmelzfarben zu erfinden, mit denen sich das Eisen verzieren ließ wie

etwa Fayenceplatten. Auch die künstliche Patina der Bronzen beschäftigte

 ihn mannigfach. So war er beständig ein Sinner und Denker auf

dem weiten Gebiete der Kunstindustrie, aber es ging ihm auch wie

anderen Erfindern. Es gelang ihm schneller und besser, eine Frage zu

lösen und ein Resultat zu erhalten, als dieses Resultat für sich und die

Welt zu verwerthen und nutzbar zu machen. So ist es möglich, dass

jetzt nach seinem Tode noch Manches in der Industrie zu allgemeiner

Verwendung kommt, was seinem Bemühen die Entstehung verdankt.

J. v. F.

Die Formen des antiken Goldschmuckes.

Von J. Folnesics.

(ForlserzungJ

Eine andere Art von Ohrgehängen, für welche wir jedoch blos aus

archaischer Zeit Beispiele haben, so dass wir annehmen können, dass

diese etwas steife Form in classischer Zeit nicht mehr üblich war, darf

wegen ihrer seltsamen Bildung nicht übergangen werden, obwohl im

Ganzen blos fünf Exemplare dieser Gattung bekannt sind. Die zierlichsten

unter ihnen, mit feinen Granulirungen, befinden sich in Berlin. Von einer

Rosette gehen zwei glatte oder gewundene dicke Golddrähte, ungefähr

5 Ctm. lang, herab, deren Enden nach aufwärts gebogen sind. Auf diesen

Enden sind horizontale Scheiben angebracht, welche eine Rosette mit einem
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.