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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VIII (1873 / 92)

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und nicht in den Pfahlbauten eingestellt zu denken haben werden. Das

Heranziehen des Viehs und der Getreidevorräthe geschah wohl nur zur

Zeit feindlicher Ueberfälle, wo der Steg, der ans Land führte, abgebrochen

ward. - Die Fauna dieser Zeit ist schon eine sehr ausgebreitete: Ich

hebe von Jagd- und Hausthieren nur die wichtigsten hervor. Mammuth,

Höhlenbär, Rhinoceros sind ausgestorben; das Rennthier, der Vielfrass

.nach Norden gedrängt; das Elenn, der Auerochse, der Urochs (bos primigenius)

 und der braune Bär. Der Hirsch, das Reh und Wildschwein

bilden die vorzüglichsten Jagdthiere; die Ziege, das Schaf, 2 Rinderspecies,

das Haus- und Torfschwein, sowie der Hund sind als die wichtigsten

Hausthiere zu betrachten.

An Nährpßanzen und Fruchtgattungeu kennen wir, als im Besitze

der Pfahlbauer der Steinzeit, den Weizen, die Gerste, die Hirse, den

Emmer; an Obstgattungen den Apfel und die Birne, von denen es zweifelhaft

 ist, ob sie hier heimisch waren, oder 0b unsere Holzäpfel, welche

mit ersteren {sehr viel Aehnlichkeit haben, von den Pfahlbauern eingeführt

 worden sind und nun im verwilderten Zustande in unseren Wäldern

 sich vorfinden; an heimischem Qbst die Haselnuss, die in grossen

Quantitäten vorkommt, Himbeere, Brombeere, Erdbeere, Buchnüsse,

Sehlehen- und Traubenkirsche. An Nutzpflanzen kannten sie endlich

den Flachs und die Verwendung des Lindenbastes.

lm Zusammenhange mit dieser erhöhten Culturstufe entwickelten

sich auch die Industrien, welche ich Ihnen nun einzeln, soweit sie uns

anschaulich sind, vorführen werde. Die wichtigste Neuerung für den

Menschen war unstreitig die Bereitung des Brotes. Auf flachen Steinen

wurde mit den runden handlichen Kernquetschen das Getreide zerdrückt

und auf heissen Steinen wieder mit Wasser gemengt ausgebacken.

Reste solchen Brotes fanden sich in Robenhausen.

Des Feuersteins und der Bearbeitung desselben habe ich schon

früher Erwähnung gethan, und kann hier umsornehr diesen Industriezweig

 übergehen, als er in ganz derselben Weise betrieben worden zu

sein scheint. Nur Eines Umstandes will ich Erwähnung thun: Zur Gewinnung

 des Feuersteins aus grösseren Tiefen, wo er, wie ich früher

bemerkte, sich leichter für die Bearbeitung eignet, grub man Schächte

durch die Erdschichten, die auf der Kreide und dem Feuerstein lagern,

und holte ihn aus einer Tiefe von 4-5 Klaftern heraus. Iräßelgien,

bei Spienne, fanden sich solche Feuersteinbergwerke. Tausende von

halbvollendeten Steinwaffen überdecken heute noch die Oberfläche, und

es scheint, dass dieser Artikel als Handelswaare nach all denjenigen Ländern

 gesendet wurde, welche minder guten Feuerstein besassen. Die

Formen in dieser Periode sind mannigfach, die Bearbeitung sehr vollkommen,

 obwohl sie bei uns nie die Vervollkommnung der nördlichen

Feuersteinwaffen erreichen, und nur wenige ganz schöne Exemplare in.

Polen oder dem nördlichen Deutschland bis jetzt zum Vorschein kommen.
            
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