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ästhetischer Elemente in das Universitätsleben, sie, auch beruhigt darüber,
dass wir heute die Anstalten für die Bildung der Künstler nach jeder
Seite hin trennen von der Aufgabe der Universitäten, dass wir aber im
vollen Masse für diese in Anspruch nehmen die Erweckung des
wissenschaftlichen Bewusstseins der Kunst nach der begrifflichen
wie historischen Seite, dass wir ihren allgemein bildenden Einfluss
zuführen wollen den edelsten Elementen unserer Jugend, welche einst an
der Leitung des Staates, der Kirche, überhaupt des höheren Culturlebens
vorzüglich betheiligt sind. Gegenüber dem Ueberwuchern eines schädlichen
Dilettantismus in diesen Dingen hat die Universität die fortwährende
Reinigungder künstlerischen GrundbegriEe zu vollziehen, eine der" naturwissenschaftlichen
analoge Methode in der Betrachtung der Kunstwerke
zu üben und den Ueberblick über den Entwicklungsgang der Kunst mit
einer sich steigernden Vertiefung in das Einzelnste lebendig zu erhalten.
In organischer Weise bauen sich die einzelnen künstlerischen Functidnen
des akademischen Lebens auf, es gilt zunächst auch der Universität
Gelegenheit zu geben für einen methodisch-technischen Unterricht
in zeichnender wie musikalischer Kunst, immer mit dem von Aristoteles
gesteckten Ziel: "Nicht um Virtuosen oder Kunsthändler zu bilden,
sondern um befähigt zu machen für die Betrachtung der im Körperlichen
erscheinenden Schönheit und das richtige Urtheil über Kunstwerke zu
bilden, um die wahre Lebenskunst einer edlen Muse (das axoldfm: xaloig)
anzubahnenw Es gilt ferner, unserer akademischen Jugend die Musterbilder
der Kunst, die charakteristischen Zeugnisse der Stilweisen vor Augen
zu fuhren, in akademischen Museen, in musikalischen Aufführungen, in der
Behandlung einzelner poetischer Hauptwerke. Es gilt drittens die kunstgeschichtliche
Darstellung wie in der Geschichte der Poesie und
des Schahspieles, so vor Allem in der bildenden Kunst und auch der Musik,
soweit eine solche Geschichte möglich ist, im Bereiche akademischer Vorlesungen
zu einem ständigen Gliede zu machen. Es gilt endlich für eine
Wissenschaft der Aesthetik als des Schwersten von Allem, einen
Neubau auf der Unterlage der physiologischen Entdeckungen der Neuzeit
wieder geschichtlichen Forschung allrnälig zu begrilndenn Mit ihr anfangen;
sie allein in den Universitätskreis stellen, heisst die Bekrönung
eines Blues versuchen ohne die Fundamente zu haben. _
Danilwird endlich uns auch wohl zu Theil werden die Verkörperung
des Universitätsgeistes in edler sichtbarer Form,
die würdige Ausgestaltung unserer architektonischen Räume, die pietätsvolle
Erneuerung der Erinnerung grosser Männer der Wisdenschaft in würdigen
Bildnissen in unserer Umgebung, endlich der malerische} und plastische
Ausdruck unserer Ziele in einem monumentalen Schmucke unserer
Festsäle. Inzwischen haben wir wohl noch Ursache mit dem alten "griechischen
Sprüche zu beten: vdass die Götter uns zu dem' Guten das
Schöne verleihenm