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Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IX (1874 / 102)

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die Schulen und die Individuen stehen, welche im heuligen Eumpeffrtger edler Malerei

 sind. ,_ , , , .

Von diesen Gesichtspunkten ausgehend, entwickelt Hr. v. Eitelbeesgee, dass die

ganze Abtheilung" der Malerei - mit Ausnahme der Oeeterreidt-lhgulxh -,-.- in ihrer

Grundorganiution von kleinen Ideen getragen, mehr den Charakler eiut- ntiunlieh vergrbsserten

 Kunbtveveins-Auastellung als einer grossen Kunsuuastellung neigte," aber doch

Zeugniss ablegte: , .

l. von der Entwickelung des coloristischett Elementes;

n. von dem Vorherrschen jener Bedürfnisse, welche YQR kleinen Amateurs, von

Kunstveleinen und verwandten Institutionen ausgehen;

3. dass, mit Ausnahme Frankreichs, der Staat, die Kilthßl, die Commune geringere

Bedürfnisse und niedriger gestellte Aufgaben für Malerei zeigenpab es in der Bluthea

zeit der Kunst der Fall war; und

4. dass endlich neue hervorragende Talente auf dem ßebiete der Malerei nicht

aufgetreten sind. :'

Eine Reihe von einzelnen Beispielen, der Weltausstellung entnommen, erlluterte

die vier angeführten Punkte.

In der zweiten Vorlesung ging der Vortragende von den eben erwähnten Gesichtspunkten

 auf Frankreich über. Er entwickelte die Ursachen, warum' in Frankreich

 die Kunst einen nationalen Typus an sich tragt, und das ganze Volk durchdringt.

Mehr in die Breite, als in die Tiefe gehend, ist Geschmack und Esprit der vorherrschende'Charakter

 aller französischen Kunstleistungen sowohl auf dem Gebiete der Mnlerei,

 als dem der Plastik und der Kunstindustrie. '

Zurückgehend auf die Ptiege der Kunst in Frankreich durch Franz I., Colbert

und andere grosse Förderer der Kunst, berührte der Vortragende auch dieYStQ-atsfabriken.

die Staatskunstschulen in Paris, der Departements, in Rom und Athen, so wie die allgemeinen

 Zeichenschulen in Frankreich. ' '

ln der Malerei hat das Napoleonische Regiment mit corrurupirt, das heutige Frankreich

 hat keine hervorragenden Maler, die sich mit Ingrös, Ary Scheffer, Delacroix,

 Decamps oder Delaroche messen können, aber trotzdem überragte die Ausstelluri

 der französischen Malerei die aller Nachbarstaaten auf der Weltausstellung.

äine Reihe von selbstständigen Künstlern, geistvollen Männern wurde uns vorgeführt,

und das, was uns der oflicielle Katalog als Eigentbum des Staates und der Commune

nachwies, zeigte deutlich, wie intelligent und wie principiell, wie iede Kunst, to die

Malerei in Frankreich auch heute noch gefordert wird.

Wenn es auch Niemand beikommen kann, Frankreich in dem nachzuahmen, was

es macht, in dem, wie es Kunst fordert, können wir alle von Frankreich lernen. ln

ihrer Thatigkeit, ihrer Intelligenz, in ihrem Ehrgeize, an der Spitze der Citilisation zu

maischiren, kdnnen wir alle von Frankreich lernen. Worin wir, nicht nachzuahmen

brauchen, das ist, in ihrer Frivolität, und der geringen Werthschatzung des Weibes.

Wir müssen auch in der Kunst bei dem bleiben, was bei uns deutsche Sitte und deutsches

Leben ist.

In den nächsten Vorlesungen wird der Vortragende auf das Deutsche Reich, England

 und Italien übergehen. Die Malerei Oesterreich-Ungurns wurde grundsätzlich in

den Kreis der diesjährigen Vorlesungen nicht aufgenommen.

Da die unmittelbare Fortsetzung dieser Vortrage durch Unwohlsein des Vortragenden

verhindert wurde, trat am 14. und zx. Dccember Custos Bucher mit einem Rückblick

auf die, ornamentale Kunst auf der Weltausstellung ein: Der erste Vortrag erorterte

die Stellung des Kunst ewerbes auf den grossen Ausstellungen überhaupt, die Anregung

zu vergleichenden Studien, und nahm davon Gelegenheit, ie allgemeinen Gesichtspunkte

für eine Entwickelungsgeschichte des Ornaments nzudeuten. ln dem zweiten Vortrage

wurde, aus den Ausstellungen der verschiedenen Linder dasjenige hervorgehoben, was

als völlig neu, oder neu in seiner Anwendung, oder nachahmenlwenh für unser Kunstgewerbe

 erschienen war.

KLEINERE MITTHEILUNGEN.

(Aufaichtsrath) Die Handels- und Gewcrbekammer in Wien hat

nach dem Ausscheiden des Herrn von Reckenschuss den Kammerrath

Herrn Adolf Heizer zum Mitglied: des Aufsichtsrathes der Kunstgewerbeschule

 gewählt.
            
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