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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IX (1874 / 102)

Sie sind deutlich, praktisch, vollkommen conform mit unseren Bauge- 
wohnheiten, mit unseren Baugesetzen. Da sich bei diesen Vorlagen der 
Vortheil darbietet, dass dieselben sogleich dem Drucke übergeben werden 
können, so ist man in diesem Falle in der angenehmen Lage, den Bedürf- 
nissen des bautechnischen Unterrichtes in den genannten Schulen mit 
einem musterhaften Werke rasch entgegenkommen zu können. Es ist ge- 
gründete Aussicht vorhanden, dass dieses Werk mit dern Beginne des 
nächsten Schuljahres vollständig fertig, von Schulen schon benützt wer- 
den kann. 
Anders ist es mit dem Maschinenzeichnen. Für das Maschinenzeichnen 
werden Vorlagen der verschiedensten Art verwendet, wovon einige u. z. 
insbesondere die, welche von der Würternberger Centralstelle herausgegeben 
werden, für einige Schulen genügend sind. Meistens werden Vorlagen be- 
nützt aus den verschiedensten Werken, in den verschiedensten Maßstäben. 
'Am dringendsten aber sind Vorlagen für den ersten Unterricht 
in den Fortbildungsanstalten. Gerade dort, wo Schüler mit gerin- 
gen Vorkenntnissen eintreten, welche nur einfache Maschinen verstehen 
und nur einfache Zeichnungen nachzeichnen können, gerade für solche 
Schulen fehlen Vorlagen und es sind mit einem sehr hervorragenden 
Fachprofessor Verhandlungen angeknüpft worden, die wohl ohne Zweifel 
sehr bald zu einem günstigen Resultate führen werden. 
Einer der wichtigsten Lehrbehelfe für die verschiedensten Zweige des 
Zeichen- und Kunstunterrichtes sind Wandtafeln und plastische 
Abbildungen der Säulenordnungen. Sie werden in den Baugewer- 
beschulen, den Gewerbeschulen, den Realschulen und den Architekten- 
schulen gleichmässig gebraucht. Auch Professoren der Kunstgeschichte und 
der Archäologie bedürfen solcher Vorlagen; und trotzdem dass das Bedürf- 
niss ein so vielseitiges und grosses ist, existiren nur Vorlagen in sehr kleinem 
Maßstabe, die wohl für den höheren Kunstunterricht taugen, aber nicht 
für den ersten. Am meisten werden die sog. Vignolefschen Säulenord- 
nungen gebraucht und das Oesterr. Museum hat in _seinem Verzeichniss 
von Gypsabgüssen auch Abgüsse der Vignolakchen Säulenordnungen im 
reducirten Maßstabe, wie solche in den französischen Kunstschulen gebraucht 
werden. Aber diese Vign0la'schen Vorlagen reichen für den gegenwär- 
tigen Unterricht nicht aus, da es bekannt ist, dass dieselben nicht die 
grichischen Säulenordnungen enthalten, sondern eine Art der Uebersetzuitg 
der römischen in den Renaissancestyl der zweiten Hälfte des XVI. Jahr- 
hunderts. Da nun aber gegenwärtig es unerlässlich ist, die griechischen 
Säulenordnungen in den Zeichen- und Bauunterricht einzuführen, so wurde 
beschlossen, in möglichst grossem Maßstabe Wandtafeln und plastische 
Vorlagen zu schaffen, welche ganz correct die griechischen Säulenordnun- 
gen darstellen mit dem dazu gehörigen Gebälke. Ein grösserer Maßstab 
ist nothwendig, um die Feinheiten der griechischen Profile deutlich zu 
machen und um auch die Ornamente und im dorischen Style auch die"
	        

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