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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IX (1874 / 103)

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Modelliren müsste das Schwergewicht gelegt werden. Chemie und Emaillerie

kann nur für einzelne wenige Lehrlinge passend sein, da die Vorbildung

derselben eine sehr geringe ist; das Zeichnen, Modelliren und in gewisser

Hinsicht das Ciseliren und Graviren bleibt die Hauptsache.

Mit Lebhaftigkeit wurde der Gedanke der Herausgabe eines Vorlagcnwerks

 ergriEen. Mit überwiegender Majorität erklärte die Versammlung

 sich für ein Specialwerk für Goldschmiedekunst, welches,

herausgegeben vom Oesterr. Museum, gute einfache Gegenstände aus den

verschiedenen Stylen enthielte. Es ist aber kein Zweifel, dass die Herausgabe

 eines solchen Werkes grössere Vorbereitungen und Geldmittel in

Anspruch nehmen wird, da der Kupferstich und Farbendruck nicht zu

vermeiden sind. Der Unterzeichnete hat es übernommen, ein Programm

für ein solches Werk,.welches auch der lmitationswaare (in Gablonz) von

Nutzen wäre, zu arbeiten, und sich die Mittel vom h. Handelsministerium

zu erbitten.

R. v. Eitelberger.

Gofäas aus den Vereinen Tscha-no-yu.

Herr Heinrich v. Siebold hat dem Oesterr. Museum ein interessantes

 Thongefäss japanischer gProvenienz zum Geschenke gemacht und

diese Sendung mit folgenden erklärenden Zeilen begleitet, die wegen der

Seltenheit ihres Gegenstandes von allgemeinem Interesse sein dürften:

"Das beifolgende irdene Gefäss, aus der Alterthums-Samrnlung des

japanischen Gelehrten Nina Gawa in Yeddo stammend, hat gemäss der

Aussage dieser Persönlichkeit, welche in solchen Fragen volle Autorität

besitzt, für den Japaner einen hohen Werth. Der grosse Werth dieses

an sich so bescheidenen Gegenstandes liegt in dem historischen und archäologischen

 Interesse, das er bietet, indem besagtes Gefäss, welches

selbst in Japan fast ganz in Vergessenheit gerathen war, bei den geheimen

Gesellschaften Tscha-no-yu gebraucht wurde.

Ueber den Ursprung dieser dem Europäer fast noch ganz fremden

Verbindungen bestehen verschiedene Berichte, ihre Hauptbltithezait war

aber unter der Regierung des Kaisers Taikosama, der im Jahre 1588

die Gesellschaft Tscha-no-yu. mit neuen Statuten versehen, zu Kitano

bei Osaka wieder einführte. Seine Zwecke waren sowohl moralischer als

politischer Natur. In Folge der verheerenden Religionskriege war das

ganze Volk entartet und verwildert, aller Sinn für Künste und Wissenschaften,

 der frühef nach und nach rege geworden, war wieder untergegangen

 und nur die rohe Kraft geachtet; an Stelle der Gesetze herrschte

das Faustrecht. Der tiefdenkende Taikosama begriff, dass er die rohen

Gemüther besänftigen, sie wieder an die Künste des Friedens gewöhnen

müsse, um seinem Lande den Wohlstand, sich und seinen Nachkommen

die Herrschaft zu sichern. In dieser Absicht rief er die Gesellschaft
            
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