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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VI (1871 / 67)

Die Gefasse für Wein und Wasser sind theils Haschenibrmig rund

oder eckig, meist mit engem Halae gebildet, theils auch Krüge von mehr

oder weniger eleganter Contour, und endlich eigentliche Vasen, die lebhaft

 an antike Formen, wie Hydria, Kelebe und Oxylaphon gemahnen,

dann noch platte Flaschen, sogenannte Pilgertlaschen, einige von ihnen

mit Inschriften die zum Trinken einladen, wie:

Bevi per bacco

E bevi assai

E quando avete bevuto

Certo cantavai.

Beviamo e cantiamo,

La bumbaba, la bumbaba etc.

sind aus den Abruzzen und aus Ariano vorhanden, letztere wiederum

überraschend ähnlich manchen Majoliken des sechzehnten und siebzehnten

 Jahrhunderts. Die Oelgefasse sind zumeist kleiner als die eben erwähnten

 Kategorien und auf einen sparsamen Gebrauch der Flüssigkeit

berechnet, daher mit enger Ausilussößnung versehen, die wenig mehr als

ein tropfenweises Abgeben des innen enthaltenen Nass zulässt. Sie

haben ihr antikes Analogon in den Lekythois und ähnlichen Geräthen.

Verwandt den Letztgenannten sind gewisse Giessgeliisse in Formen von

Thieren, wie Löwen, Hähnen u. drgl. mit einer am Rücken befestigten

henkelartigen Handhabe, eines davon aus Ariano ganz wie ein mittelalterliches

 Aquamanile. Die Lampen endlich sind wie die antiken für

einen frei in Oel liegenden von einem Schnabel gehaltenen Docht hestixnmt;

 getragen werden sie von einem einfachen Fuss oder einer nicht

ohne Geschick behandelten menschlichen Figur.

Wenn wir übrigens die Keramik der neuern Zeitepochen in irgend

einer Beziehung mit der antiken Technik der gebrannten Erde vergleichen,

so dürfen wir einen Factor nicht übersehen, durch dessen Hinzutreten die

Thonbildnerei seit dem Mittelalter in ganz andere Bahnen gelenkt wurde

als jene, in denen sich diese Kunst im Alterthum bewegte. Es ist dies

neben dem Gebrauch stärkeren Feuers vor Allem die Anwendung der

Glasur, als ziemlich dicker, gefärbter, emailartiger Ueberzug der ganzen

Flächen. Dieses Mittel, den Thonwaaren eine grössereUndurchdringlichkeit,

Festigkeit und einen glasartigen Glanz und Glätte zu verleihen, war den

alten Völkern Griechenlands und Italiens unbekannt, und ist wahrscheinlich

 erst durch die Vermittlung des Orients und der Araber im letztgenannten

 Lande hcimisch geworden. Hiermit waren nicht nur die Bedingungen

 eines ganz neuen Ornamentationsprincipes gegeben, sondern es

mussten mit dem Ueberziehen der Tbonwaaren mit Glasur, gewisse Gliederungen

 und Proülirungen wegbleiben oder geändert werden, die eben unter

dieser alle allzufeinen Details ausgleichenden Decke nicht mehr zur
            
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