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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VIII (1873 / 91)

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handsam genug war. Es ist dies ein Theil vom Unterkiefer des Höhlenbären,

 dessen aufsteigender Ast nach Entfernung des Processus coronoideus

eine gute Handhabe bot, mit dessen Eckzähnen die Knochen dann gespalten

 wurden. Es war dies ein Werkzeug von nicht zu unterschätzender

Bedeutung und würde ganz gut zu mancher Verrichtung ein kleines Handbeil

 ersetzen können. Vorzüglich ward dieser Unterkiefer aber angewendet,

um diejenigen Knochen, welche Mark enthielten, der Länge nach zu spalten.

Die Splitter des spröden Rennthierknochens eigneten sich mit geringer

Nachhilfe durch Feuersteinsplitter ganz gut zu den obenerwähnten Stechwerkzeugen.

 Die minder spröden Bärenknochen, in denen das Mark nicht

vollkommen frei liegt, die aber trotzdem viel Fettsubstanz enthalten, wurden,

wie es scheint, an den Epiphysen angeschlagen, um entweder das Fett

herausz usaugen, oder nach Erwärmung des Knochens abträufeln zu lassen.

Gleichzeitig mit diesem Höhlenbären-Unterkiefer und den Feuersteinsplittern

 des Hohlefels tritt aber schon die Töpferwaare auf, von welcher

einige grob gernengte, derbe Trümmer gleichgelagert mitgefunden wurden.

Die Anwendung des Lehms und das Verhärten desselben durch Erwärmung

 wäre also auch eine sehr alte menschliche Erfindung und wir müssen

auch hier, beim Mangel an geschlossenen Räumen, die Zweckmässigkeit

bewundern, mit der von vornherein diese Industrie betrieben wurde. Der

Lehm ward nämlich mit grobem Sand, meist Quarzsand reich gemengt,

geknetet und das dickwandige, aus der Hand geformte Gefäss am offenen

Feuer gebrannt. Die Festigkeit, durch das Bindematerial des groben Quarzsandes

 erhöht, war nicht unbedeutend und man konnte Gefässe auf diese

Art herstellen, die dauerhaft genug waren, um der Feuchtigkeit des Bodens

sehr lange zu widerstehen, da wir sie noch zum Theil erhalten, in der

Erde sowohl, wie in den Pfahlbauten vorfinden. Dort kommen wir auf

die Bearbeitung der Töpferwaaren wieder zurück. Für jetzt wollen wir

nur auf die Bearbeitung des Feuersteines näher eingehen, welcher uns

von der Mammuthzeit angefangen bis in die späteren Culturperioden der

Bronze- und Eisenzeit nicht mehr verlässt. Der eigentliche Feuerstein

kommt nur in der Kreide vor und ündet sich dort in ziemlich ausgedehnten

 Knollen und bänderartigen Einlagerungen.

Das ähnliche Gestein, welches im Kalk vorkommt, nennt man Hornstein.

 Letzterer ist dem Materiale nach weit weniger zur Bearbeitung

geeignet als der eigentliche Feuerstein der Kreide. Jedes dieser Gesteine

enthält, solange es vom Muttergestein eingeschlossen ist, eine gewisse

Menge von Feuchtigkeit, die durch die Sonnenwärme entweicht, sobald

sie direct auf dasselbe einwirken kann, wobei dann eine Splitterung und

Zerbröckelung auf natürlichem Wege eintritt. Diese natürlichen Splitter

haben auch runde Bruchflächen und sind, weil viel spröderüzur weiteren

Bearbeitung nicht sehr geeignet. Gewinnt man aber das Gestein, solange

es noch von der natürlichen Feuchtigkeit getränkt ist, so ist die Bearbeitung

 nicht sehr schwierig und es kann vorzüglich der Feuerstein mit
            
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