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Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VIII (1873 / 99)

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Griindgüge einer Instruclion für den Linterricht- im Freilmndqeichrien an Oberrealschulen.

a) Lehrmethode ünd Unterrichtsapparat.

Erste Unterrichtsstufe.

l. Classe wöchentlich 6, ll. Classe 4 Stunden.

Art und Grösse der Vorzeichnungen auf der Schultafel mit sorgfältigster Schonung

der Sehkraft der Schüler; Reihenfolge der Zeichnungen und Systematik des Unterrichtes

auf Grundlage der geometrischen Anschauungslehre.

Anleitung zum Aulfassen der ebenen geometrischen Gebilde nach ihren verschiedenen

 Ausdehnungen und in Vergleichung mit einander. Rechnungsoperationen bezüglich

der Strecken.

Maßstäbe und deren Anwendung.

Combinationen der erlernten gerad- und krummlinigen Figuren. Anleitung zur

Selhstthätigkeit des Schülers zur Zusammenstellung der bekannten Grundformen und Erfindung

 neuer Bilder als bestes Mittel zur Stärkung der Vorstellungskraft und Weckung

der Phantasie. Das geometrische Ornament (Sternliguren, lGeisverziertingen, Mäander etc.);

das symmetrische Flachornament und Zeichnungen desselben nach Axen mit Benutzung

anderweitiger gerader Hilfslinien.

Erklärungen über die Entstehung perspectivischer Bilder, wozu ein Glasfenster oder

besser ein Modell mit durchsichtiger Bildfläche und markirten Sehstrahlen sich eignet;

weitere Unterweisungen über Horizontalebene, Grundebene, Verticalebene, Horizontallinie,

Grundlinie, Verticallinie.

Der perspectivische Lehrapparat.

Ausführliche, wo möglich mit Illustrationen versehene Beschreibung des Stativs,

der Draht- und Holzmodelle, sowie des Gebrauches derselben vor der Schultafel.

Anzahl der Stative; Vorsichten" beim Unterrichte nach dem Drahtmodell mit Rücksicht

 auf die Sitzordnung und die Schülerzahl, wobei als Grundsatz gelten möge, dass

ein Assistent bestellt werde, wenn die Schülerzahl über 30 steigt.

Wichtigkeit der geraden mit Marken in gleichen Entfernungen versehenen Drahtlinie

 bezüglich der perspectivischen Grundsätze über Verschwindungspunkte der Geraden

in verschiedenen Lagen derselben gegen die Bildüichen.

Reihenfolge der Draht- und Holzmodelle beim Unterrichte. Wichtigkeit des Würfels

und perspectivische Zeichnung desselben in zahlreichen Stellungen. Die prismatischen und

die Körper mit krummen Oherliächen.

Elementare Schattengebung. Gründliche Erklärun über Entstehung und Darstellung

heschatteter Theile des darzustellenden Obiectes. Li tquellen; Selbstschatten. Schlagschatten;

 directes und refiectirtes Licht.

Verwerthung der gewonnenen perspectivischenGrundlehren und jener über Schattengebung

 beim Darstellen geeigneter einfacher .technischer Objecte, z. B. Tisch, Kasten,

Balkenwürfel, Postan-ient rnit Gesiinsen etc.

Zweite Unterrichtsstufe.

lll. und lV. Classe, je 4 Stunden.

Art und Grösse der Contourzeichnungen auf der Schultafel im Anschluss an die

Elemente des Flachornaments, die auf der ersten Unterrichtsstufe Lehrobject waren.

Wichtigkeit des tiefschwarzen Tafelanstriches und der rnit weisser Farbe oder

Kreide gemachten Vorzeichnungen, rücksichtlich deren Deutlichkeit und Sichtbarkeit.

Passende Erklärungen des Lehrers über die Styliirt der gezeichneten Ornamente

und Reihenfolge derselben. .

Art und Umfang der Gedachtniss-Zeichnungsnbungen.

Farblose und polychrome ornamentale Musterblätter. Deren richtige Auswahl aus

den Hauptstylarten, systematische Ordnung und behördliche Afprobation. Form dieser

Musterblatter und Inhalt der beigefügten erklärenden Notizen.

Plastische Ornamente, entnommen wirklichen Vorbildnern aus den Hauptstylen

und mit erklärenden Notizen versehen. Gebrauchsanweisung derselben.

Schnttengebung mit Erklärungen namentlich über Form und Farbe des Schattens,

respective der beschatteten Körperflachen als Vervollständigung des auf der ersten Unterrichtsstufe

 Vorgenommenen.

_ Perspectivische Zeichnungsübungen nach entsprechenden technischen Objecten als

Weiterbildung ähnlicher Studien der ersten Stufe. Hierzu als Objecte: Einfache architektonische

 Gesimsgliederungen und solche mit ornamentalern Schmuck; Capitale, Pfeiler

und Saulenbasen, einfache Maschinen etc. '

_ Beschäftigung mehrerer Schüler um ein derlei Object behufs Erlangung und Vergleichung

 mehrerer Bilder desselben Gegenstandes.
            
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