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Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VIII (1873 / 99)

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Erste Unterrichtsstule.

l. und Il. Classe je wöchentlich 4 Stunden, obligatorisch.

Zeichnen ebener geometrischer Gebilde aus freier Hand nach den Vorzeichnungen,

die der Lehrer an der Tafel entwirft und mit kurzen, zum Verstandniss nöthigen Erklirungen

 begleitet, nlmlich: gerade und krumme Linien, Winkel, Dreiecke, Vielecke, Kreise,

Ellipsen, Combinationen dieser Figuren. Das geometrische Ornament, Elemente des

Flachornaments, Zeichnen räumlicher geometrischer Gebilde, aus freier Hand nach perspectivischen

 Grundsätzen durchgeführt an passenden Draht- und Holzmodellen in nachstehender

 Reihenfolge: gerade und krumme Linien, Polygone, Kreise. Stereometrische

Körper und deren Combinationen.

Zweite Unterrichtsstufe.

lll. Classe wöchentlich 4, lV. Classe 3 Stunden, obligatorisch.

Uebungen im Ornamentenzeichnen nach Entwürfen des Lehrers an der Schultnfel,

ferner nach farblosen wie auch polychromen Musterblättem, wobei auf die classischen

griechischen und römischen Vorbilder besondere Rücksicht genommen werden soll und

der Schüler in passender Weise über die Stylart des Ornaments zu belehren ist.

Studien nach dem plastischen Ornament, sowie nach geeigneten schwierigen ornamentalen

 Musterblättern, wobei gelegentlich auch die menschliche und die thierische Figur

in den Kreis der Uebungen einzubeziehen ist. Gedächtnisszeichnungen, wie auch fortgesetzte

 perspectivische Darstellungen geeigneter Objecte.

Dritte Unterrichtsstuie (am Obergyrnnasiunx).

Wöchentlich z Stunden, nicht obligatorisch.

Die Proportionen des menschlichen Gesichts und Kopfes werden besprochen und

nach den Vorzeichnungen des Lehrers an der Schultafel in Contouren eingeübt.

Gesichts- und Kopfstudien nach geeigneten Gypsrnodellen. Fortgeseme Uebungen

im Ornamentenzeichnen und freie Wiedergabe der Zeichnungsobjecte aus dem Gedächtniss

 nach Massgabe der Zeit und der Fähigkeiten des Schülers.

Bei der Ausülhrung der Zeichnungen ist der Erzielung correcter Contouren stets

das Hauptaugenmerk zuzuwenden; ferner soll der Schüler mit den hauptsäehlichsten Derstellungsmanieren

 bekannt gemacht werden.

Grundpige einer Instruction fifden Unterricht im Freihandzeichnen am Realgymnasium.

n) Lehrmethode und Unterrichtsnppurat.

Erste Unterrichtsetufe.

l. und ll. Clnsse ie 4. Stunden.

Art und Grdsse der Vorzeichnungen auf der Schultnfel mit sorgßltigster Schonung

der Sehkruft der Schüler. Reihenfolge der Zeichnungen und Systemntilt des Unterrichtes

auf Grundlage der geometrischen Anschauungslehre.

Anleitung zum Auüiassen der ebenen geometrischen Gebilde nach ihren verschiedenen

 Ausdehnungen in Vergleichung mit einander. Rechnungsoperationen bezüglich der

Strecken. Maßstäbe und deren Anwendung. Combinationen der erlernten gerad- und

krumrnlinigen Grundformen und Erfindung neuer Bilder als bestes Mittel zur Stärkung

der Vorstellungskraft und Weckung der Phantasie. Das geometrische Ornament (Stem-Gguren,

 Kreisverzierungen, Mäander etc.). Das symmetrische Flachornnrnent und Zeichnungeri

 desselben nach Axen mit Benutzung anderweitiger gernder Hilfslinien. Erkllrungen

über die Entstehung perspectivischer Bilder, wozu ein Glasfenster oder besser ein Modell

mit durchsichtiger Bildfläche und markirten Sehstrnhlen sich eignet; weitere Untersuchungen

 über Horizontalebene, Grundebene, Verticalebene, Horizontallinie, Grundlinie,

Verticallinie.

Der perspectivische Lehrappnrat, ausführliche, wo möglich mit Illustrationen versehene

 Beschreibung des Stativs, der Druht- und Halzrnodelle, sowie des Gebnuches derselben

 vor der Schultafel.

Anzahl der Stative; Vorsichten beim Unterrichte nach dem Drnhtmodell mit Rücksicht

 auf die Sitzordnung und die Schüler-zahl, wobei nls Grundsatz gelten möge, dass

ein Assistent bestellt werde, wenn die Schülerzahl über 30 steigt. Wichtigkeit der geraden

mit Marken in gleichen Entfernungen versehenen Drahtlinie bezüglich der perspectivischen

Grundsätze über Verschwindungspunkte der Genden in verschiedenen Legen denelben
            
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