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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IX (1874 / 104)

, 9}

möchte, es für Stein zu halten und zwar gliche es am meisten dein Kehlbeimer

 oder dern lithographischen Stein. lndessen dürfte gleichwohl auch

dieses Stück aus Thun gebildet sein, dem man durch Zuschneiden die

schöne, äusserst stylvolle Form des Ahornblattes gegeben hat. Bei all"

diesen Proben ist aber auffallend, dass sich durch die oft sehr abweichenden

 Verhältnisse der Contouren auf die Herstellung mittelst Modeln

nicht sehliessen lässt, woraus dann folgen würde, dass die verschiedenen

Muster trotz ihrer grossen Anzahl einzeln in selbstständiger Bearbeitung

gefertigt worden sind. Einer gezeichneten Reconstruction des Bodens zufolge,

 welche vorliegt, war dieses Blatt in der Weise im Gesammtmuster

eingefügt, dass es die beiden Spitzen eines durch Dreiecke fortgesetzten

Oblongums nach oben und unten bekrönte.

Das letztere Muster zeichnet sich durch einen textilen Charakter

aus, während die übrigen den strengeren des rein architektonischen Mosaiks

 bewahren. Die Technik möchte, den Schriften der Alten zufolge,

am richtigsten eine Art des Opus sectile zu nennen sein, wenn man

davon absieht, dass es hier nicht Steinmassen, sondern Thonstücke sind,

welche das Mosaik bilden und ferner, dass der Mörtelgrund in der Decoration

 eine selbstständige Rolle spielt. A. llg.

Burllner lluaeen.

In  Ieii bihd für die Betliner Mlaeen eine Reihe von wichtigen Erwerbungen

 Q6 t Wdrdeh, Wortmel- uha eingehende gedifuekte Betithte der betreffänden

Direetoren vorliegen.

Fllt die k. Gemäldegalerie Wurden 7 Bilder der italienischen Schule u. zw.

von Luci Sigudrelli, Lur. LednUi-uno. Schlavone, G. B. Moroni, A. Vetocehio und Tiepnlo,

der deutschen Schule von H. Baldus Grien und einem obertieutaehen Anonymus von i53o.

der spanivchen Schule ein D. Velasqueä, der franzdiischen Schule ein N. Pouasin und ein

Anonymda von 1700; ferner I5 Gelhlide der holländischen und filmischen _Schule-, u. zw.

L. von Leyden, Rubens, Tenlers iun., A. Bioemart, C. Decker, J. Ruisdael (n), J. Wynants,

Zeellhar, K. du Jardin, A. Cu p, Berchem, J. van Loo-, Jan Kick, A. v. Beyeretrl und

Jan Weenlt ahgekauh. [Jeberal ist eine genaue Beschreibung mit Angabe der Provenienz

der Bilder angegeben.

For das Deutsche Gewerbemuseum wurde das Rathssilberzeug der

Stadt Luneburg gekauft. Herr Director Lessing leitet den rilsonnirenden Katalog

der Sammlung mit folgenden Worten ein:

sDas Rathssilberzeug der Stadt Lüneburg bestand aus 37 Stück, wovon alle bis auf

einen Huinpen aus dem t7. Jahrhundert iettt in den Besitz der konigiichen Staatsregierung

übergegangen sind. b

Die nunmehr im Deutschen Gewerlsernuseurlt zu Berlin aufgestellten Gegenstände

sind bis auf zwei Stücke Tafelgerath, das bei festlichen Gelegenheiten zur Ausstattung

des Kredenitlsches und der Tafel benutzt wurde, darunter 18 Becher und Pokale.

rt Becken und Schalen zu Obst, Kuchen und Aeh-Jlichem, 3 Stack Gusskannen und

Schüssel zum Handewaschen.

Die Arbeiten gelforen d'en-l 15. und 16. Jahrhundert an und sind fast sammtlich

Schenkungen und Vermächtnisse Luneburger Familien oder einzelner Wurdentrageran

die Staldt. Die Jahreszahlen, welche sich auf den Widmungsinschriften befinden, liczeichnen

 daher keineswegs immer die Entstehungszeit der Stücke, welche oft aus älterem

Familienhesitz entnommen sind. Für den Entstehungsort fehlt es auch noch an sicheren

Zeichen, jedenfalls aber sind sie sämrntlich deutsche Arbeiten. Die meisten Gerätlre

tragen den Silberstempel von Lüneburg, darunter auch einige, welche fast zweifellos als

Nürnberger Arbeiten zu bezeichnen sind. Es scheint also, dass auch von ausscrhalb cin-
            
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