Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IX (1874 / 104)

97

ergänzt durch jene von Büchern in Schaukästen in der Mitte des Vorlesesaales.

 Den Beginn machen die eigentlichen Costümwerke und

da finden wir wieder die besten und vorzüglichsten Werke in Originalausgaben

 vertreten, wie Bertelli, Vecellio, J. Ammann, Bruyn als Repräsentanten

 des 16. Jahrhunderts und nicht minder interessante Werke des

17. und 18. Jahrhunderts. An diese reihen sich Fecht- und Exercirbücher,

 wie Frundsbergs Kriegsbuch, Meyers Fechtbuch, De Gheyn's

Exercirreglement, das älteste existirende, welches die Commandowotte des

Herzogs Moriz von Oranien illustrirt, und welchem alle späteren illustrirten

Exercirreglements nachgebildet wurden. Sodann beginnen die Feste,

Aufzüge u. dgl. mit zwei Turnierbüchern, dem Leichenzuge Kaiser Karl V.;

weiter werden uns l-Iochzeitsfeierlichkeiten, Kindtaufen, feierliche Einzüge,

Festschiessen, Krönungsfeierlichkeiten, Huldigungsacte u. s. w. vorgeführt.

Den Schluss machen einige Chroniken, Wappen- und Stammbücher, Zeitschriften

 u. A., mit interessanten Costümabbildungen bis zum Jahre x82?)

reichend, um die Aufmerksamkeit des Publicurns auch auf diese Gruppen

der Kupferstichsammlung und Bibliothek zu lenken. Mögen auch hie

und da für Fachmänner einzelne Lücken sich bemerkbar machen, so ist

es doch erfreulich, dass das Museum eine solche Ausstellung au s eigen ern

Besitz zu veranstalten schon im Stande ist.

(speoialausstenung älterer Möbel.) In Uebereinstimmung mit

dem Curatorium hat die Direction des Oesterr. Museums für Kunst und

Industrie beschlossen, für die Sommermonate eine Specialausstellung älterer

Möbel zu veranstalten. Diese Ausstellung, welche nach Möglichkeit die

verschiedenen Style der Vergangenheit repräsentiren und nur Originale,

weder Copien noch moderne Neubildungen in älteren Stylen enthalten

soll, wird ebensowohl das Interesse aller Kunstfreunde erregen, als sie

bestimmt sein soll, dem Publicum wie dem Kunstgewerbe zur Belehrung

und Aufklärung zu dienen.

Um diese Ausstellung so reich und interessant wie möglich zu machen,

hat sich die Direction des Oesterr. Museums an diejenigen Herren gewendet,

 welche Besitzer entsprechender Gegenstände sind, sie ersuchend,

mit denselben die beabsichtigte Ausstellung bereichern zu wollen. Sie

richtete an dieselben die Bitte, dieses Unternehmen unterstützen zu wollen

und solche Gegenstände in ihrem Besitze, die für dasselbe geeignet sind,

als Schränke, Kasten, Bülfets, Sitzmöbel, Consolen, geschnitzte Rahmen,

Spiegel u. s. w. für die Zeit der Ausstellung herzuleihen.

Da die Ausstellung Anfangs Juni eröffnet wird, so ist es wünschenswerth,

 dass die Gegenstände, welche zur Ausstellung bestimmt sind, bereits

 vor Pfingsten im Museum eiutreffen. Die Ausstellung wird Anfangs

 October l. J. geschlossen und werden die Gegenstände alsdann sofort

zurückgesendet werden. lm Falle es gewünscht wird, würde das Museum

die Kosten des Transportes tragen.

(llr. Wood über den Dlauatempel in Epheeus.) Mr. J. T. Wood, der britische

 Architekt und Arehaolog, welchem die wen die Aufdeckung des Dianatempels von

Ephesus verdankt, erstattete Donnerstag den 23. April vor einer sehr zahlreichen Verllmmlnng

 im Oesterr. Museum Bericht über den Gang und die Ergebnisse seiner Arbeit.

Mehr als zehn Jahre seines Lebens hat Mr. Wood diesem Unternehmen gewidmet. Im

Jahre 1863 begann er auf eigene Kosten seine Forschungen auf dem Ruinenfeld von

Ephesus; aufgefundene griechische Inschriften und die Bestimmung mehrerer Thore gaben

die Grundla e für die scharfsinnigen und nach langen, vielfach vergeblichen Bemühungen

durch den olg bekraftigten Combinarionen über die Lage des Tempels. 186g gelang es

dem Forscher, die Lage des Tempels in dem Diluvialgebilde des Kayster festzustellen, und

die Mittheilung dieser Thatsache nahm in En land, wo langst die Aufmerksamkeit sich

d'air Arbeiten des energischen Mannes zugewen et hatte, dermassen das allgemeine Interesse
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.