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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IX (1874 / 107)

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Sie sind aber interessant, weil man an ihnen die Entstehung unserer heutigen

 fournirten Möbel durch den Uebergang aus der Holzmosaik, aus der

Benutzung des Fladers und der Textur des Holzes beobachten kann. Wir

verweisen namentlich auf die Nummern 5 bis 7 und 9, Eigenthum der

Herren Oerley, J. und M. Blum.

Während die Holzintarsia diesseits der Alpen die angegebene Entwicklung

 nahm, brachten die Italiener ein anderes Genre in Mode und

übten es in ausserordentlicher Feinheit und Schönheit. Die Verbindung

von Ebenholz und Elfenbein, worauf dieses neue Genre beruht, war wohl

schon im sechzehnten Jahrhundert beliebt und manches gute Stück, das

uns erhalten ist, fällt noch in diese Zeit. Aber die Hauptblüthe gehört

der ersten Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts an. Die weissen Einlagen,

sei es in zierlichen Ornamenten, sei es in Figuren, deren Zeichnung durch

eingravirte und geschwärzte Linien vervollständigt wird, machen eine höchst

edle Wirkung, welche dem feinen Kunstgefühle der Renaissance nicht entging.

 Eben wegen ihrer Feinheit aber zeigte sich diese Kunstart für

grössere und schwere Gegenstände wenig geeignet und sie wurde daher

mit richtigem Gefühle auch meist zu kleinerem Geräthe, vor Allem zu den

reich gegliederten, mit zahlreichen Schiebladen und Thüren versehenen

"Cabinetsu verwendet. Es ist ein beliebter und gesuchter Gegenstand des

Antiquariats, das daher auch heute mit neugemachten Fälschungen überfüllt

 ist. Was wir von grossen Kästen und Schränken, namentlich auch

von Gestühl in diesem Genre sehen, ist weitaus in den meisten Fällen

neue Arbeit.

Unsere Ausstellung zeigt zahlreiche Beispiele dieser Marqueterie, bescheidener

 und reicher in den Einlagen, kein Stück aber darunter ist

wirklich ersten Ranges. Zu den bescheidener verzierten und auch wohl

älteren gehören die commodenartigen Kästen Nr. 121 und 126, Eigenthum

des Herrn Zelebor. Desselben Eigenthum ist auch ein Tisch, Nr. 125,

der, nur geometrisch ornamental, sich mit Sternchen und Rosetten aus

dreieckigen Stückchen schmückt. Zu den reicheren und besseren gehört

der Cabinetkasten Nr. 107, Eigenthum des Grafen Nakö. Bemerkenswerth

ist auch Nr. 143, weil sein zierliches sternförmiges Ornament im sogenannten

 Stiftmosaik noch die ältere, im Mittelalter gebräuchliche Art repräsentirt,

 welche im siebzehnten Jahrhundert nach Indien hinüberging

und dort noch heute als Bombay-Arbeit blüht. Unser Gegenstand, Arbeit

des 17. Jahrhunderts, ist Eigenthum des Herrn von Rosenberg.

Wie schon ein flüchtiger Blick auf unsere Ausstellung lehrt, blieb

der Geschmack der vCabinetten nicht bei Ebenholz und Elfenbein stehen,

sondern verwendete bald daneben bunte Steinarten (Nr. 106), insbesondere

lapis lazuli, dann den sogenannten Ruinenmarmor, der Felsenlandschaften

oderRuinen vorstellen sollte - davon Nr. 105, Eigenthum des Herrn

Grafen Nako, ein bedeutendes Beispiel ist - oder verband verschiedene

Mosaikarten mit einander. Von letzterer Art, der Verbindung der Holz-
            
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