productiver Thätigkeit aufzumuntern. Von diesem Gesichtspunkte geleitet,
hat das Oesterreichische Museum dieWeihnachts-Ausstellung unternommen.
Die zweite Erwägung, die uns leitete, ist der Absicht entsprungen,
vori Zeit zu Zeit nebst den permanenten Ausstellungen moderner kunstgewerblicher
Producte selbstständige Special-Ausstellungen zu veranstalten,
bei denen auch die kleineren Producenten zur Geltung kommen können
oder bei welchen man die Fortschritte kunstgewerblicher Techniker beurtheilen
kann.
Solche kleine Special-Ausstellungen sind ganz geeignet, einzelne, weniger
bekannte oder nicht genug gewlirdigte Arbeitskräfte kennen zu lernen
und die Fortschritte der Technik zu beurtheilen.
Wir helfen, bei dieser kleinen Weihnachts-Ausstellung nach beiden
Richtungen hin einige Beobachtungen machen zu können und hoffen,
tüchtige Leistungen Einzelner und Fortschritte specieller Techniker constatiren
zu können.
Allerdings ist bei uns der Sinn für die Erhöhung der Leistungsfähigkeit
nicht so entwickelt, wie es insbesondere in England, Frankreich, Belgien
und Italien der Fall ist. Wenige sind gebildet genug, um die Fortschritte
der Technik beurtheilen und WEIIlICD zu können. So haben wir
in der Behandlung des Emails (insbesondere des transluciden Emails), im
Ciseliren, in der Kunst des Glasiren des Thones u. s. f. grosse Fortschritte
der einheimischen Kunsttechnik auf der österreichischen Abtheilung
in der Weltausstellung zu registriren gehabt, - ohne dass wir vernommen
hätten, die vornehme Welt und die massgebenden Architekten hätten
von den Fortschritten sonderliche Kenntniss genommen. Wie selten kommen
Preisausschreibungen von hervorragenden Persönlichkeiten - wie der Ich.
Waldstein'sche - oder Aulträge der Art vor, wie die des Grafen Edm.
Zichy, welche die heimische Emailtechnik fördern? Wie wenig Förderung
erfahren einzelne Techniken oder einzelne Künstler! Dazu kommt noch,
dass unser Absatzgebiet sich verkleinert, statt sich zu vergrössern. Durch
das Ausscheiden Oesterreichs aus Deutschland sind österreichische Künstler
von der Concurrenz fast ausgeschlossen. Das polnisch-österreichische und
das österreichisch-italienische Sprachgebiet schränkt sich entweder auf die
engsten Kreise ein, oder ergänzt sich durch das des Königreichs Italien, wie
die Prager Kunstvereine sich in erster Linie aus München und Düsseldori ergänzen.
Frankreich ist nicht blos ein geographischer Begriff, sondern ein
Machtbegriif, der weit über die Grenzen Frankreichs hinausgreift. Wenn wir
selbst in Oesterreich uns in einzelne Gebiete zersplittern, so begreift es sich,
dass der Export Oesterreichs geringer und den einzelnen Talenten es immer
schwerer wird, sich über die engsten localen Kreise hinaus bekannt zu
machen. Diesen Schwierigkeiten der Situation können wir, mit unseren
geringen Mitteln, durch gar nichts anderes begegnen, als wenn wir sorgen,
dass die Fortschritte in Oesterreich rasch bekannt werden , und die
Personen, die sich besonders verdient machen, soviel es geht, mit ihren