Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe X (1875 / 113)

,_184N

sind es insbesondere, denen wir unsere Aufmerksamkeit zuwenden, wegen

der alten uns auf die Berichte b_ei Gelegenheit der Weltausstelluug berufend.

Während jene Scbmuckarbeiten, mit denen Köchert auf der grossen

Ausstellung auftrat, vor Allem darauf ausgingen, durch edle, ruhige und

stylvolle Zeichnung das Feuer des Diamanten in die richtige Wirkung

zu setzen, sein irres unruhiges Gefunkel gewissermassen in Zucht zu

nehmen, trachten die neuen nach malerischem EEect, theils durch Verbindung

 verschiedenfarbige: Steine, theils durch Hinzufügung zierlicher

Emails in Art der besten Renaissance-Zeit, wie dergleichen von Cellini

und seinen Genossen zahlreich geschaffen wurde. Es sind verschiedene

Armbänder und Brustgehänge. Von letzteren ist das Diamantkreuz mit

Smaragden dazwischen von reizendem Eliect, ebenso das Gehänge mit

einem Saphir in der Mitte, von durchbrochenem emaillirten Ornament in

feiner Zeichnung umgeben, oder jenes andere mit einer Camee. Ein Armband

 zeigt fauf blauem Emailgrunde goldenes Renaissance-Ornament in

Relief, mit Filigran umgeben.

Die Anwendung des Goldfiligrans zu edlerem und feinerem

Schmuck nach antiker Art erscheint eigentlich als österreichische Arbeit

zum ersten Male auf unserer Weihnachts-Ausstellung. Im Prater haben

wir im J. 1873 insbesondere Castellaufs und Anderer Arbeiten bewundert

 und mussten zu unserem Bedauern sehen, dass auch andere, und

zwar kleinere Staaten, wie z. B. Dänemark, sich auf diese reizende Ornamentation

 mit grossem Glücke verlegt hatten. Mit Vergnügen constatiren

wir daher eine gelungene Collection ähnlicher Arbeiten von Wiener Entstehung

 in der Ausstellung, von V. Mayer's Söhnen, Armbänder, Brachen

und Ohrgehänge. Sie sind allerdings minder vollkommen, minder fein im

Korn als die Antiken oder der CastellanPsche Schmuck mit ihren samrntartig

 gekörnten weichen Flächen, aber berechnet für ein Publicum, welches

nicht geneigt oder im Stande ist, die hohen Preise jener römischen

Arbeiten zu zahlen, sind sie ganz darnach angethan, einen edlen und

zugleich populären Schmuck zu bilden. Wie die Castellani sich neben

dem Filigran auch im Emailschmuck der verschiedenen historischen Style

versucht haben, so sehen wir auch in der Mayer'schen Ausstellung eine

zweite Neuerung von Goldschmuck mit farbigem Zellenschmelz auf Gold,

nach byzantinischer Art, in strengen und doch zierlichen Zeichnungen.

Es sind Armbänder, Gehänge und Medaillons, ebenfalls in Verbindung

mit Filigran.

Eine dritte Neuerung, die wir in den feineren Arbeiten der Goldschmiedekunst

 auf unserer Ausstellung zu verzeichnen haben, ist das

Niello. Die überaus zarten Silberniellen der Renaissance, insbesondere

der Früh-Renaissance, sind heute eben so seltene wie theuer bezahlte

Gegenstände. Diese Kunst ist schon seit dem 16. Jahrhundert ausser

Uebung gekommen und wird nur im Orient und in Russland bei den

Tula-Arbeiten fortgeführt. Aber auch hier befindet sie sich, wie uns die
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.