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Full text: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe X (1875 / 115)

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activirt in den Bezirken: Mariahilf, Wieden, Landstrasse, Alsergrund, Leopoldstadt, Neubau 
und eine Schule ist für den Bezirk Josefstadt in Aussicht genommen. 
Die Bedeutung der mechanischen Weherei für die Zukunft der Brünner Fabrication 
und das augenscheinliche Bedürfniss nach tüchtigen Leitern, Werltmeistern und Arbeitern 
für den mechanischen Betrieb hat, wie die nBrünner Ztgm berichtet, den Verwaltungs- 
rath der Webeschule veranlasst, mit namhaftem Aufwande die Brünner Wehe schule 
speciell für den Unterricht in der mechanischen Weberei einzurichten, mechanische 
Webstühle nach verschiedenen Systemen anzuscliaifen, wie die übrigen Betriebsvorrich- 
tungen aufzustellen, die Anlage für den Dampfbetrieb zu erweitern und überhaupt alle 
Hilfsmittel für einen gründlichen Unterricht in dieser Richtung zu bieten. Der erste 
Specialcurs begann am 15. Februar und endet am i5. Mai d. J. Der Unterricht ist un- 
entgeltlich. 
Die von Herrn Joh. Dwofaeek geleitete Fachschule für Glasindustrie in 
Steinschönau hatte im Schuljahre i874f75 vom l. October bis Ende December 1874 
an aufgenommenen Schülern: 
In der Abtheilung für 
I. Meister . . . . . . . . . im Octbr. 4 Novbr. 5 Decbr. 5 
ll. Gesellen . . . . . . . . n n 33 n 35 n 42 
Ill. Lehrlinge . . . . . . . . . n n 8o n 93 n 98 
lV. Schulknaben der V. Classe der Volks- 
schule in Steinschönau . . . . n n 54 n 56 n 56 
V. Schulknaben der lV. Classe der Volks- 
schule daselbst . . . . . . n n 45 n 45 n 45 
Vl. Schulknaben aus den benachbarten Ort- 
schaften . . . . . . . n n 70 n 86 n 87 
Summa 286 310 333 
Die Gesammtzahl der Besucher der Schule betrug im Monate October 1637, No- 
vember 1648 und im Monate December t7o2. 
(Allgemeine Zelohaneohale in Brüzm.) Der Besuch dieser Schule ist befrie- 
digend, besonders gut die Abtheilung für Mädchen. Die Zahl der letzteren betragt 42, 
jene der Abtheilung für das männliche Geschlecht 46. 
Das grosste Contingent für die erstere Abtheilung stellen lndustrial-Lehrerinnen, 
Lehrerinnen und Mädchen aus besseren Ständen; die männlichen Schüler gehören zum 
geringsten Theile dem Kreise der Gewerbetreibenden an, zumeist sind es Dilettanten, 
Schüler der Gymnasien und der Realschule und Volksschullehrer. Als Lehrer fungiren 
die Herren Professoren Roller und Lnizner. 
(Rüßtmltlrlohlllü der k. k. Gemäldegalerie.) Zur Berichtigung irrthümlicher 
Meinungen, betreifend die Organisation und den Wirkungskreis der Restaurirschule der 
kaiserlichen Gemäldegalerie im Belvedere, wurde bekannt gemacht, dass diese kaiserliche 
Anstalt die Bestimmung hat, lediglich den Zwecken der Gemäldegalerie zu dienen, und 
also nicht in der Lage ist, Kunstwerke aus dem Privatbesitz zur Restauration zu über- 
nehmen. Selbstverständlich ist es aber den dort angestellten Personen nicht benommen, 
ihre Fachkenntnisse den Anforderungen des Puhlicums zur Verfügung zu stellen und 
Privatauftrage zu übernehmen. Es liegt jedoch in der Natur der Sache, dass solche Be- 
stellungen von dem jeweilig gewahlten Künstler als Privatperson in seiner Privatwohnung 
oder doch jedenfalls nur in der dienstfreien Zeit und unter persönlicher Verantwortung 
übernommen werden können und dass also jede Theilnahme der Anstalt bei solchen 
Arbeiten als ausgeschlossen anzusehen ist. Der Besuch dieser Restaurirschule kann nur 
nach vorangegangener Anmeldung bei der Galeriedirection stattfinden. 
(Quellanaohrlften für Kunstgeschichte.) lm Laufe dieses Sommers erscheinen 
bei Braumüller von diesem vom Unterrichtsministerium unterstützten Sammelwerke tol- 
gende Bände, und zwar: der neunte Band, Dr. H. Semper's wDonatelIo-l enthaltend: 
das Leben des Donatello auf Gnind neuerer Forschungen, das Leben Donatellds aus 
Vasari, der Elogio della Statua di S. Giorgio des F. Bocchi (übersetzt von H. G. Cerri), 
Urkunde aus der Dom-Opera und aus anderen Archiven und Zeugnisse aus gleichzeitigen 
Schriftstellern; - der zehnte Band wird Neudörffefs -Nachrichten über Nürnberger 
Künstler. bringen mit den Nachträgen von Andreas Gulden; mit ausführlichen Noten 
und Textrevision vom Stadtarchivar in Nürnberg Dr. Lochner. 
Diesem wird sich anschliessen: die Bearbeitung der kunsthistorisch wichtigen Stelle 
der Vitae Paparum des Anastasius Bibliothecarius von Dr. Scheins in Berlin. 
In Vorbereitung sind: Der Commentar zur Schedula des Theophilus von Dr. A. llg; 
die Einleitung zu den Vitae des Vasari, sammt den Künstlerbingraphien des N. Facius 
und den Commentarien des L. Ghiberti von den Herren Chmelar und llg.
	        

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