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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XI (1876 / 125)

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ratives Verfahren von goldenen Ornamenten auf stahlblankem Grunde,

ähnlich den schwedischen Eisenarbeiten von Eskilstuna. Von L. Böhm

gilt Aehnliches, nur haben die reichen Vergoldungen und Versilberungen

noch zu viel vom gleissenden Effecte der bisherigen Art. Sie tödten feinere

Formen mit ihrer Wirkung.

Auch Carl Haas erscheint nicht, ohne Neues zu bringen. Was in

seiner Collection vor Allem bemerkenswerth ist, das ist eine Reihe höchst

reizender versilberter Gefässe, welche zur Hälfte den Entwürfen Holbein's

zum Theil aber auch den Compositionen anderer deutscher Meister jener

Zeit der besten Goldschmiedekunst nachgebildet worden. Diese Nachbildungen

 sind auf Veranlassung des Oesterreichischen Museums entstanden,

jedoch nicht blos für seine Sammlungen, sondern um in den Gebrauch

des Hauses wirklich classische Gefässformen vorn feinsten Reize einzuführen.

 Möchte die Absicht gelingen! - Sodann zeigen einige Schalen

bei Carl Haas bereits die Anwendung der Kosch'schen Erfindung, die

uralte schwierige Tauschirarbeit durch leichten, aber soliden Auftrag zu

ersetzen. Wir haben davon schon bei Gelegenheit der Ausstellung der

Schularbeiten zu berichten gehabt. Dieselbe Collection der Koschßchen

Versuchsanstalt befindet sich wieder auf der Weihnachts-Ausstellung, doch

vermehrt um einen prachtvollen, in Silber tauschirten Säbel, Eigenthum

des Grafen Edmund Zichy, welcher gleich ein praktisches Beispiel für

die Anwendung des Verfahrens gibt.

Schwieriger ist es, einen Fortschritt in den Bronzearbeiten von

J. Luksch anzuerkennen. Auch sie gehören dem Zweige der Galanteriegegenstände

 an, tragen aber noch zu sehr den bisherigen Charakter,

nämlich denjenigen der Unsicherheit und Unwissenheit über das, was man

thut, um nicht zu sagen, der Sinnlosigkeit. Davon zeugt es sicherlich,

wenn man ein Album mit Leder überzieht, diesem Leder aber das Ansehen

 von zusammengenagelten Holzplanken giebt und darüber ein Thorbeschläge

 legt. So giebt es verschiedene Gegenstände in dieser Collection,

welche die Kritik herausfordern oder sie als von zu gewöhnlicher Art

auch gänzlich gleichgiltig lassen.

Im Allgemeinen günstig stellt sich das Urtheil über die grösseren

Bronzegegenstände, dieienigen, welche zum Gebrauch des Hauses dienen,

Es sind insbesondere zwei Aussteller diesmal vertreten, wie immer Hollenbach

 und daneben Scheler, Wolff St Co. mit Beleuchtungsgegenständen

 für Gas. Die jetzigen Leiter der Bronzefabrik Hollenbach sind

bemüht, den alten guten Klang des Namens aufrecht zu erhalten, und es

geschieht mit Erfolg. Die Gegenstände, zum grossen Theile ebenfalls der

Beleuchtung dienend, sind rein in Zeichnung und Arbeit, selbst diejenigen,

welche sich in ihrer Art der französischen Weise und den Formen des

achtzehnten Jahrhunderts anschliessen. Mit Vergnügen machen wir auch

die Bemerkung, dass statt der ewigemund alleinigen Vergoldung die braunen

Bronzetöne versucht sind und mit mehr Glück noch die Messingbronze
            
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