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Full text: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XI (1876 / 127)

Mitlheilunuan des k. k. llesterrßich. Mnsaums 
KUNST UND INDUSTRIE. 
(Monatschrift für Kunst und Kunstgewerbe.) 
Am l. eines jeden Monats erscheint eine Nummer. - Abonnementspreis per Jahr H. 4.- 
Redacteur Bruno Buuhor. Expedition von C. Geroldlr Sohn. 
Man abonnirt im Museum, bei Gerold 8: Comp., durch die Posranstalten, sowie durch 
alle Buch- und Kunsthandlungen. 
WIEN, I. APRIL 1876. XI, Jahrg, 
 
 
Inhait: Die volkswinhschaflliche Frage und das Museum. - Zur Reform des Zeichennntenichtu. v 
Ueber Punzcnnrbeiten. - Vorlesungen im Aiuseum. -- Concurs-Prograrnm für da: in Wien 
zu errichtende Denkmal des Dichters Franz Grillparzer. - Kleinere Mmheilungen. 
"Die volkswirthschaüliche Frage und das Museum. 
Als im Jahre 1864. das Oesterr. Museum gegründet wurde, hat man 
den Gesichtspunkt festgehalten. dass es sich bei diesem Institut nicht blos 
darum handelt, den Geschmack zu heben, die Kunstbildung zu erweitern 
und zu vertiefen, sondern wesentlich auch darum, in der erhöhten Ge- 
schmacksbildung ein Mittel zu finden, die Volkswohlfahrt zu heben und 
den Wohlstand des Landes zu fördern. Es begegnen sich daher bei die- 
sem lnstitut ästhetische und künstlerische Gesichtspunkte mit rein volks- 
wirthschaftlichen, und heutigen Tages, wo das Museum bereits eine ge- 
sicherte Stellung eingenommen hat, werden diese Gesichtspunkte von allen 
Seiten bestätigt. Gelehrte von dem Range wie Professor Dr. Wilhelm 
l, üb k e, und Gesellschaften wie der niederösterreichische Gewerbeverein ') 
v 
') Herr Dr. Th. Heitzka hat jüngst im niederösterr. Gewerheverein die Frage 
erörtert über die Fortschritte der österreichischen Kunstindustrie seit der Wiener Welt- 
ausstellung. Es heisst in dem betreffenden Berichte: vRedner schildert die Wirksamkeit 
des Oesterr. Museums für Kunst und Industrie und der verschiedenen Kunstgewerbe- 
schulen und geht sodann zu den Fortschritten über, die sich insbesondere seit dem Jahre 
1873 auf diesem Gebiete constatiren lassen. Er beleuchtet im Detail den Entwicklungsgang 
und die gegenwärtige Entwicklungsstufe der verschiedenen Zweige der Kunst-Industrie, 
insbesondere der Teppich-, Tapeten- und Leinenzeug-Manufactur, der Möhel-, Leder-, 
Fayence-, Porcellam, Glas- und Bronze-Industrie und schlicsslich der Goldschmiedekunst. 
Er bespricht die in diesen einzelnen lndustriezweigen in der kurzen Spanne von zwei 
Jahren gemachten neuen Erfindungen und gibt seiner Ueberzeugung Ausdruck, dass man 
sich hier erst am Ausgangspunkte einer grossen Bewegung beünde, die mit der Herr- 
schaft gar mancher bis jetzt vernachlässigten österreichischen Manufacturen auf dem Welt- 
markre enden werde. Die Erfahrungen der Weltausstellung, verbunden mit den Lehren 
1876. 5
	        

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