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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XI (1876 / 127)

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als GoldschmiedgeselP) zu Nürnberg), der Meister I. S. vom Jahre 1582

Paul Flynt") von Nürnberg (gab 1592 bei Andreas Luining in Wien

eine Folge von Musterblättern heraus, arbeitete später in Nürnberg bis

1620) und Hans Christof Laechlin von Leutkirch (arbeitete 1595) sind

in chronologischer Reihenfolge die wichtigsten Meister, deren Namen mit

bestimmten Musterblättern in sichere Verbindung zu bringen sind. Es

existirt aber noch eine stattliche Reihe von grösseren und kleineren Folgen

und Einzelblättern, deren Urheber wir nicht kennen, von welchen jedoch

einzelne mit den bedeutendsten Leistungen in dieser Manier zugezählt

werden müssen. Zu diesen gehören vor Allen auch die Blätter, welche

hiermit der Oeffentlichkeit übergeben werden. Sie enthalten vollständige

Gefässe und einzelne Gefässbestandtheile und zeichnen sich durch die

Schönheit der Gesarnmtform und rnustergiltige, bei allem Reichthum der

Gliederung immer die Grenzen des guten Geschmacks innehaltende Profilirung

 aus, sowie durch die verständnissvolle charakteristische Ornamentirung,

 die sich durchwegs den Functionen der einzelnen Glieder auf

das innigste anbequemt. -

Fragen wir nach dem Namen des Meisters dieser Blätter, so müssen

wir bei dem Mangel jeder Bezeichnung derselben die stylistischen Eigenthümlichkeiten

 der bekannten, etwa in Betracht kommenden Künstler einer

sorgfältigen Prüfung unterziehen. Der frühere Besitzer glaubte dieselben

Paul Flynt, wohl dem fruchtbarsten aller Punzenarbeiter, zuschreiben zu

müssen und gründete seine Namengebung wohl nur auf die Aehnlichkeit

unserer Gefässformen mit denen der Flynfschen aus der früheren Periode.

Allein diese Aehnlichkeit kann keinen entscheidenden Grund abgeben -

sie ist ja bei allen Werken dieser engbegrenzten Epoche vorhanden und

beruht nur in der gleichmässigen Stylentwicltelung, welche sich bei allen

Schöpfungen der gleichen Zeit auf gleiche Weise äussert. Urn zu einem

positiven Resultate zu gelangen, müssen wir gewisse Gesetze in der den

einzelnen Künstlern eigenthümlichen Darstellungsmanier zu erforschen

trachten und diese Gesetze dann auf unsere Blätter anwenden. Wir müssen

hier von solchen Aeusserlichkeiten, wie dass die Flynfschen Stiche grösstentheils

 mit dem Monogramme P. V. N. bezeichnet sind, vollkommen absehen

 und innere Merkmale aufsuchen. Da scheint mir n_un von Ausschlag

gebender Bedeutung die Thatsache zu sein, dass die Arbeiten Flynt's

durchwegs schattirt sind, während die vorliegenden Blätter nur Contouren

mit absichtlicher Vermeidung jeder Schattenangabe enthalten. Zudem ist

die Schattirung bei diesem Meister eine so eigenthümliche und individuelle,

') m STICK'ZVM VERZAICHEN STECHEN'VERFERTIGT'BERNHART ZAN

GOLDSCHMID GESEL INN'NIENBERG 1580. Fol.

") ACHT151"VCK:ZVM-VERZEICHNEN-GEMACHT-DVRCHWAVLVSJLYNTEN.

VON x NÖRNBERG-BEY - ANDRE s LVNING GEDRVCKT - VND I VERFERTIGT-WIEN

1592. 4'.
            
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